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03. Februar 2012
Ausschuss beschließt G6 an beruflichen Gymnasien
Angebot für Haupt-, Realschüler und Allgemeingymnasiasten / Landeskultusministerium muss noch zustimmen .
WALDSHUT-TIENGEN (mhe). Spätzündern tut sich im Kreis Waldshut ein weiterer Weg zum Abitur auf: das G6. Wem der Wechsel aufs Gymnasium G9 oder G8 nach der vierten Grundschulklasse zu früh ist, soll sich künftig nach dem 7. Schuljahr in der Haupt- oder Realschule noch auf den Weg zur allgemeinen Hochschulreife machen können, an einem von zwei sechsjährigen beruflichen Gymnasien an den kreiseigenen beruflichen Schulen in Waldshut. Der Schulausschuss des Kreistages hat am Mittwochabend die Einrichtung eines kaufmännischen und eines technischen sechsjährigen Gymnasiums an diesen Schulen beschlossen.
Vorausgesetzt, das Landeskultusministerium stimmt der Einrichtung zu, soll der Schulbetrieb zum Schuljahr 2013/214 starten. Die bisherigen beruflichen Gymnasien (G3, Wechsel nach der Mittleren Reife auf das Gymnasium) bleiben in bisheriger Form neben G6 weiter bestehen.
Grund für die Einrichtung des sechsjährigen Gymnasiums sind nicht zuletzt die rückläufigen Schülerzahlen an den beruflichen Schulen des Landkreises: "Bis 2022 müssen wir bei den gegebenen Strukturen und den bisherigen Übergangsraten mit einem Schülerrückgang an den beruflichen Schulen von 27 bis 30 Prozent rechnen", sagte Rainer Kuhlmey, Leiter des Amtes für Kreisschulen und Liegenschaften vor dem Ausschuss.
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Um die vorhandenen technischen und personellen Ressourcen nicht brachliegen zu lassen und auch um den Bestand der beruflichen Schulen weiter auf hohem Niveau halten zu können, sei die zusätzliche Einrichtung des sechsjährigen Gymnasiums sinnvoll und notwendig, erklärte Landrat Tilman Bollacher. Dass sich der Landkreis damit in Konkurrenz zu den allgemeinbildenden Gymnasien der Städte und den Gesamtschulen der Kommunen begebe, sei unvermeidlich.
Das sechsjährige Gymnasium wendet sich an Haupt- und Realschüler, die das 7. Schuljahr erfolgreich abgeschlossen haben, aber auch an Schüler allgemeinbildender Gymnasien. Aufnahmebedingung ist mindestens die Versetzung in die Klasse 8 einer Hauptschule, einer Realschule (auch Gemeinschaftsschule) oder eines Gymnasiums. Eine zusätzliche Aufnahmeprüfung soll von Schülern der Hauptschule verlangt werden, ebenso von Realschülern, die am Ende der 7. Klasse einen Notendurchschnitt von mindestens zweimal "gut" und einmal "befriedigend" in Deutsch, Englisch und Mathematik und einem Notendurchschnitt von mindestens 3,0 in den für die Versetzung maßgebenden Fächern nicht erreichen.
Kreisrat Dieter Schwandt, Laufenburg begrüßte die Absicht, das G6 einzurichten, und bedauerte, dass nicht auch in Bad Säckingen ein solches Gymnasium eingeführt werden könne. Kreisrat Peter Schanz, Hohentengen äußerte Bedenken wegen der Konkurrenz mit den Gesamtschulen, stimmte jedoch zu. Allein Kreisrat Roland Baumgartner, Görwihl, stimmte gegen das sechsjährige Gymnasium. Für eine Entscheidung brauche er noch mehr Informationen.
Autor: bz
