Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

28. Juni 2012

Beznau soll mindestens 50 Jahre laufen

Der Energiekonzern Axpo rüstet das Atomkraftwerk Beznau für 700 Millionen Franken nach.

  1. Wenn es nach den Betreibern des AKW Beznau geht, schaltet die Ampel noch lange nicht auf rot. Foto: DPA

DÖTTINGEN/AARGAU (sda/BZ). Der Schweizer Energiekonzern Axpo will das Atomkraftwerk Beznau noch länger als 50 Jahre am Netz lassen. Bis 2014 sollen 700 Millionen Franken in die Sicherheit der beiden Reaktoren investiert werden, die nahe der
deutschen Grenze stehen.

Sicherheit stehe vor Wirtschaftlichkeit, sagte Axpo-Chef Manfred Thumann am Mittwoch in Döttingen. Es werde nicht passieren, dass das Kernkraftwerk aus Sicherheitsgründen nicht mehr betrieben werden könne.

"Wir werden alles machen, dass die Anlagen länger als 50 Jahre laufen", betonte Thumann. Dies würde einen Betrieb bis 2019 oder 2021 bedeuten. Thumann wollte keinen genauen Zeitpunkt nennen, wann die Reaktoren abgeschaltet werden sollen. Kritiker aus der Schweiz und Deutschland fordern seit langem eine Stilllegung des Atommeilers.

Der Druckreaktor 1 ist seit 1969 am Netz. In Beznau steht damit das dienstälteste kommerzielle Atomkraftwerk der Welt. Der baugleiche Reaktor 2 ist seit 1972 in Betrieb. Die Leistung der beiden Reaktoren (je 365 Megawatt) sei nie erhöht worden, hielt Thumann fest.Die Wirtschaftlichkeit der Investitionen sei wegen des Strommarktes schwierig einzuschätzen. "Wir machen diese Investitionen, weil wir einen Versorgungsauftrag von den Kantonen haben." Der Strom werde gebraucht.

Werbung


Bis zum Jahr 2014 will der Energiekonzern Axpo rund 700 Millionen Franken in Nachrüstungsprojekte investieren. 500 Millionen Franken kostet die autarke, erdbebensichere Notstromversorgung, erklärte Kernkraftwerksleiter Urs Weidmann. Bei der Atomkatastrophe von Fukushima war ein zentrales Problem gewesen, dass neben der normalen Stromversorgung für die Kühlung der Reaktoren auch die Notstromaggregate durch den Tsunami zerstört worden waren.

Der Ersatz der beiden Reaktordruckdeckel erfordert Investitionen in Höhe von 100 Millionen Franken. Die Deckel in Beznau seien vollständig intakt, versicherte Weidmann fest. Der Grund für das Auswechseln seien die Erfahrungen in anderen Anlagen auf der Welt. Die bereits bestellten Deckel sollen 2014 ersetzt werden.

Bei der derzeit laufenden Revision des Reaktors 1 war eine zehn Millimeter lange Unregelmäßigkeit an einer Schweißnaht im Innern des Reaktordeckels entdeckt worden. Die Schweißnaht wurde verstärkt. Nach Angaben der Betreiber besteht deshalb kein Sicherheitsrisiko.

Komplett erneuert werden soll auch das 20 Jahre alte Anlage-Informationssystem. Die Kosten betragen 40 Millionen Franken. Hinzu kommen weitere 80 Millionen Franken für diverse Projekte.

SCHWEIZER ATOMAUSSTIEG

Die Schweizer Regierung hat vor einem Jahr den Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft beschlossen. Bis 2034 soll der letzte Meiler, das Atomkraftwerk in Leibstadt, nach dann 50 Jahren Betriebszeit vom Netz gehen. Neue Atomkraftwerke sollen nicht gebaut werden.

Zuvor gab es Pläne für den Neubau von mindestens zwei neuen AKW als Ersatz für die beiden Meiler Beznau I im Kanton Aargau und Mühleberg im Kanton Bern. 2019 sollen Beznau I, 2022 Mühleberg und Beznau II und 2029 Gösgen abgeschaltet werden.  

Autor: BZ

Autor: sda