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23. Januar 2015

Bonde und die Bürgerfragen

Alexander Bonde sieht Kreis auf gutem Weg / 90 Besucher kommen zur Grünen-Veranstaltung.

  1. Unter den Rednern und Gästen waren: Landrat Martin Kistler (von links), Ina Rosenthal vom Landesvorstand der Grünen, Alexander Bonde, Thomas Gehr, Schulleiter der Justus-von-Liebig-Schule, Peter Schanz und Christine Ehm von den Kreisgrünen. Foto: Susann Klatt-D'Souza

WALDSHUT-TIENGEN. 90 Gäste fahren zum Gespräch mit Alexander Bonde, dem baden-württembergischen Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, gekommen. Peter Schanz, Kreisvorsitzender der Grünen, hatte in die Waldshuter Justus-von-Liebig-Schule eingeladen.

Unter den Gästen waren neben Landrat Martin Kistler auch Oberbürgermeister Martin Albers, Thomas Gehr, Schulleiter der Justus-von-Liebig-Schule, und zahlreiche Grünen-Parteimitglieder sowie Vertreter aus der Landwirtschaft. Auch Bürgermeister Martin Benz aus Hohentengen, Grafenhausens Bürgermeister Christian Behringer und Volker Jungmann, Klettgauer Bürgermeister, kamen zur Diskussionsrunde, die von Ina Rosenthal vom baden-württembergischen Landesvorstand der Grünen moderiert wurde.

Bonde zeigte sich erfreut darüber, dass der Südschwarzwald weiter zu einer der 18 Regionen in Baden-Württemberg gehört, die Förderungen aus dem EU-Leader-Programm erhalten wird. Das Geld solle vor allem dahin gehen, wo sich Menschen für ihre Heimat einsetzen. "Wir haben einen starken ländlichen Raum, den wir weiterentwickeln müssen", sagte er.

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Rege Beteiligung gab es in der Diskussionsrunde mit Bonde. So wünschte sich ein Landwirt vom Minister, dass es für die Umstellung eines konventionellen zu einem Bio-Betrieb eine Förderung gebe. Bis 2011 habe es laut Bonde keine finanzielle Unterstützung für eine solche Umstellung in Baden-Württemberg gegeben. Mit dem Aktionsplan "Bio aus Baden-Württemberg" habe die grün-rote Landesregierung eine Maßnahme auf den Weg gebracht, den ökologischen Landbau zu fördern. "Unser Ziel muss ein regionales Bio sein – und seit 2011 ist einiges passiert."

Auf die Frage, ob ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA drohe, antwortete Bonde: "Baden-Württemberg kann nicht grundsätzlich dagegen sein." Allerdings gebe es Bereiche wie das Vorsorgeprinzip, bei dem speziell Deutschland und die USA nicht zusammenkommen werden. So müssten in Deutschland Firmen nachweisen, dass ihre Produkte unschädlich sind. In den USA sei das umgekehrt. Die Transparenz bei der Kennzeichnung der Rohstoffe bei Lebensmitteln sei, laut Bonde, voranzutreiben.

Ein Imker wollte wissen, ob das zweijährige Verbot dreier Insektizide auf Dauer untersagt werden könnte, weil die Gesundheit der Bienen dadurch gefährdet werde. Potenzial im Bienenschutz sieht Bonde in Alternativpflanzen für Biogasanlagen, an denen Bienen nicht interessiert sind.

Nicht nur Erfolge, sondern auch über Hindernisse der Regierungsprojekte im Ministerium waren Thema: Eine flächendeckende Breitbandversorgung sei aufgrund der topografischen Lage des Kreises etwa schwer zu erreichen. Eine Herausforderung sieht er in den steigenden Flüchtlingszahlen. "Es ist unser Ziel, mit den Kommunen für eine adäquate Unterbringung zu sorgen", so der Minister. Abschließend sagte Bonde: "Ich hoffe, dass die Politik mit den Bürgern oft in den Dialog kommt, sodass wir die Themen voranbringen können."

Autor: Susann Klatt-D'Souza