Feierliches Gelöbnis von 140 Rekruten

Peter Rosa

Von Peter Rosa

Sa, 19. Januar 2019

Waldshut-Tiengen

Waldshut-Tiengen hat eine Patenschaft zum Artilleriebataillon 295 aus Stetten am kalten Markt / Vereidigung im Langensteinstadion.

WALDSHUT-TIENGEN. 140 Rekruten gelobten im Langensteinstadion in Tiengen feierlich und öffentlich, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und Recht und Freiheit tapfer zu verteidigen". Im Rahmen der Zeremonie fand auch eine Waffenschau statt.

Interessierte konnten eine schwere Panzerhaubitze und einen Bergepanzer anschauen und von ihren Besatzungen erklären lassen. Veranstaltet hat das Ereignis das Artilleriebataillon 295 aus Stetten am kalten Markt, zu dem die Stadt Waldshut-Tiengen seit 1974 eine aktive Patenschaft unterhält.

Nachdem die Rekruten auf dem verregneten Platz einmarschiert waren, durfte eine sechsköpfige Abordnung ihr Gelöbnis mit der Hand auf der deutschen Fahne stellvertretend für alle ablegen. Oberbürgermeister Philipp Frank, für den es das erste Gelöbnis dieser Art in seinem Amt war (zum zehnten Mal fand dieses bereits in Waldshut-Tiengen statt), begrüßte das Bataillon an der Schweizer Grenze, die gleichzeitig auch EU-Außengrenze und Nato-Grenze ist.

Im Hinblick auf die internationalen Einsätze, an denen auch das Artilleriebataillon 295 beteiligt war. "Ihre Aufgabe ist – weiß Gott – keine alltägliche und ungefährliche", sagte Frank. Zu dieser gehören Einsätze im Kosovo vor sieben Jahren und in Litauen vor sechs Wochen. "Ihr Dienst für die Sicherheit unseres Vaterlandes und unsere freiheitlich demokratische Gesellschaftsordnung ist immens wichtig", so Frank, denn "Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit".

"Ich erwarte, dass Sie Kameradschaft aktiv leben – auch wenn es schwer fällt – und das Zusammengehörigkeitsgefühl und das gegenseitige Vertrauen weiter stärken", sagte der stellvertretende Kommandeur des Artilleriebataillons 295, Oberstleutnant Jörg Werhold. Das Zeremoniell wurde vom Heeresmusikkorps Ulm begleitet. Rund 300 Besucher, Angehörige und Vertreter der Stadt waren gekommen, um dem Gelöbnis beizuwohnen und den Rekruten zu gratulieren. Diese haben nun noch den Rest ihrer Ausbildung zum Soldaten vor sich.

Die Stadt Waldshut-Tiengen unterhält seit 1974 eine Patenschaft zum Artilleriebataillon 295, dort im Besonderen zur zweiten Batterie, die in Stetten am kalten Markt stationiert ist. Damals befand sie sich in Immendingen – Waldshut war noch keine Doppelstadt. Treibende Kraft war der Waldshuter Paul Horst Thoma, Oberstfeldwebel der Immendinger Kaserne. "Bei der Patenschaft handelt es sich seit jeher um eine ideelle Unterstützung des Militärs durch die Bevölkerung", erklärt Klaus Teufel von der Stadtverwaltung Waldshut-Tiengen.

Ebenfalls gehören dazu beispielsweise Kommandoübergaben, wie im Jahr 2017, als Bataillonskommandeur Kim Frerichs dem neuen Kommandanten der zweiten Batterie, Hauptmann Markus Panzer, das Kommando vor dem Waldshuter Rathaus übergeben hat. Ebenfalls im Rahmen der Patenschaft wurden Waffenschauen wie die Ausstellung "Unser Heer" durchgeführt, die vor Jahren auf dem Chilbiplatz stattgefunden hat. Das Bataillon ist mit Panzerhaubitzen der neuesten Bauart, Raketenwerfern, Drohnen und verschiedenen Radar-Systemen ausgestattet. Es hat unter anderem an Auslandseinsätzen im Kosovo, in Afghanistan, in Mazedonien, und in Mali teilgenommen. Darüber hinaus halfen Teile davon bei einem Hochwasser in Waldshut während der 1990er-Jahre aus.