Heimatfest kämpft mit Hitze

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 06. Juli 2015

Waldshut-Tiengen

Rund 40 Grad am Schwyzertags-Samstag / Heimatabend bietet gelungene Mischung aus Tradition und Moderne.

WALDSHUT-TIENGEN (urf). Schwyzertag kommt von Schwitzertag – für Humorvolle war am Schwyzertags-Samstag diese Version über seinen Ursprung einfach die naheliegendste: Bei Temperaturen um 40 Grad war der Tag für Akteure und Besucher eine echte Herausforderung. Die glühende Hitze verhinderte tagsüber den ganz großen Ansturm im Städtchen, reges Leben herrschte aber dennoch an den Festorten.

Los ging der Tag mit einem gut besuchten Bürgerumtrunk am Josefsbrunnen, das Bier zapften die Zunfträte Herbert Siebold und Johannes Sandrock. Danach war an drei Festorten etwas geboten: Auf der Marktplatz-Bühne unterhielten Vereine und Schulen mit Blasmusik, Tanz, Sport, Jonglierkunst und Akrobatik. In der Fußgängerzone wurde mit einem langen Geburtstagszopf und vielen Angeboten für Kinder die Lebendige Stadt, sprich Schwyzertags-Geburtstagsparty gefeiert.

In den prunkvollen Schwarzenbergsälen des Schlosses ging unter großem Publikumsinteresse eine ebenso kurzweilige wie informative Matinee über die Bühne. Sylvia Vetter und Dorina Brutsche hatten sie auch dieses Jahr gestaltet. Im Mittelpunkt stand der Blick zurück in Wort und Musik, sowie Menschen, die sich mit Geschichte beschäftigen.

Die Sonne war hinter den Häusern verschwunden, der Kirchplatz lag im Schatten – dort ging am Samstagabend der Heimatabend des 600. Schwyzertags über die Bühne. Und dies wie immer vor imposanter Zuschauerkulisse. Zunftmeister Ralf Siebold begrüßte die Gäste und sprach das Gelöbnis, auf das der Schwyzertag sich bezieht.

Rund 600 Menschen verfolgten den Jubiläums-Heimatabend, den Tobias Fox wieder mit viel Schwung, allerdings – wie er bekanntgab – zum letzen Mal moderierte. Die Gruppen der Bürgerzunft 1503, Zunftrat, die historische Trachtengruppe, Fahnenschwingerinnen, Bürgerwehr und Spielmannszug sowie die Klettgauer Heimattracht und die Stadtmusik Tiengen – alle waren wieder mit dabei.

Alphorn und Kuhglocken

Zusätzlich standen mit Gästen aus Luthern und Triengen zwei Trachtengruppen aus dem Gastland Schweiz auf der Bühne. Sie tanzten und sangen und brachten sogar ein Alphorn und riesige Kuhglocken zum Erklingen.

Junge, freche Akzente setzten zwei hiesige Künstler: Anne Czichowski begeisterte, begleitet am Klavier von Jochen Stitz, mit Jazz-Versionen der volkstümlichen Klassiker Haimet am Hochrhy und dem Badnerlied. Der Voice-of-Germany-Star Florian Boger überzeugte mit neuen, eigenen Songs, an seiner Seite der Gitarrist Robin Leute.

Festrednerin war die Nationalrätin des Kantons Zürich, Kathy Riklin. Sie blickte mit Humor auf die einstigen Auseinandersetzungen ihrer Landsleute mit den Tiengenern zurück und drückte die Hoffnung aus, dass in der Gegenwart in beiderseitigem Interesse weitere Brücken gebaut werden, dies auch in Sachen Flughafen Zürich.

OB Martin Albers hatte zuvor in seiner Begrüßungsrede den heiklen Punkt Fluglärm angeschnitten. Der Jubiläums-Heimatabend war wieder eine gelungene Mischung aus Tradition und Moderne und klang wie immer mit den Nationalhymnen Europas, des Gastlandes und Deutschlands aus, gespielt von der Stadtmusik Tiengen.

Das allerletzte, tief gesungene Wort hatte mit dem Wächterruf der Nachtwächter alias Hubert Baumgartner.