"Ich liebe diesen Job"

skk

Von skk

Mi, 12. September 2018

Waldshut-Tiengen

BZ-INTERVIEW mit Kerstin Simon, der neuen Kulturamtsleiterin der Stadt Waldshut-Tiengen.

WALDSHUT-TIENGEN. Kerstin Simon, die neue Leiterin des Kulturamts der Stadt Waldshut gibt im Gespräch mit Rosemarie Tillessen Einblicke in ihre Arbeit und das neue Programm.

BZ: Frau Simon, wie sehen Sie Ihre Aufgabe bei der Kulturarbeit?
Kerstin Simon: Für mich ist das eine Mischung von Veranstalter, Möglichmacher und Akteur. Das ist für mich Kulturarbeit. Diese wunderschöne und herausfordernde Aufgabe reizt mich, natürlich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten. Und ich war ja schon seit zwei Jahren als Sachbearbeiterin mit im Team und kenne die Arbeit.


BZ:
Sie sprechen im neuen Programmheft der Kultursaison 2018/19 von "sich öffnenden Türen". Was verstehen Sie darunter?
Simon: Das meiste im neuen Programm ist noch von meinem Vorgänger Hartmut Schölch eingeleitet worden. Ich selbst habe dabei die Theaterauswahl und die Abonnentenbetreuung übernommen. Alles Neue, was ich für die Zukunft plane, werde ich sehr behutsam angehen.

BZ: Das neue Programm ist sehr viel umfangreicher geworden.
Simon: Ja, die einzelnen Sparten haben sich teilweise verändert. Die "Kulturwoche Freundeskreis Jüdisches Leben" wurde beispielsweise erweitert, weil ich da gegen Verdrängung kämpfen möchte. Wir möchten auch die Zusammenarbeit mit dem Verein Freunde Schloss Tiengen fördern, mit der Kaminski-Gesellschaft, den Kirchen und Bibliotheken. Vor allem aber bin ich kein Freund von Wiederholungen. Da wird sich sicherlich einiges ändern.

BZ: Haben Sie besondere Schwerpunkte?
Simon: Ich habe viele Interessen. Und ich frage mich immer: Was gibt’s hier in Waldshut-Tiengen noch nicht? Ich habe da viele Ideen. Neu im Programm ist auf jeden Fall eine Show, die "Schattenshow der Mobilés" in der Stadthalle am 25. Januar 2019. Sie ist unser spektakulärstes und teuerstes Event, und ich bin selber sehr gespannt drauf. Aber natürlich muss ich auch Nein-Sagen lernen (sie lacht).


BZ:
Sie sind daneben ausgebildete Stadtführerin und treten häufig auch selber auf. Werden Sie das fortsetzen?
Simon: Da werde ich mich jetzt erst mal auf Lesungen beschränken müssen, leider. Ich würde auch gern Theater spielen. Aber meine Kulturaufgabe ist noch zu neu für mich.

BZ: Was sagen Sie zur neuen Stadthalle, in der ja viele Veranstaltungen stattfinden werden? Ist sie ein Geschenk oder eine Herausforderung?
Simon: Beides. Bei der ersten Besichtigung war ich positiv überrascht. Wenn wir außer dem Saal den zweiten Raum öffnen, finden dort 700 Besucher Platz. Nach hinten ist allerdings keine Erhöhung. Auch auf den Mittelgang haben wir verzichtet, damit die Bühne besser einsehbar ist. Für einige Besucher sind natürlich die weiter entfernten Parkplätze ein Problem. Schau’n wir mal.


BZ:
Können Sie einige Höhepunkte des neuen Programms nennen?
Simon: Von der Schattenshow habe ich ja schon gesprochen. Bei der "Kulturwoche Freundeskreis Jüdisches Leben" ist sicherlich der Film "Im Himmel unter der Erde" etwas ganz Besonderes (11. November). Und auch die Tanzparty "Tanz der Klezmer" für jedermann im Saal des Tanzsportclubs Blau-Weiß im Kornhaus (17. November). Der Kabarett-Herbst ist wie immer ein Selbstläufer. Da ist sicherlich Gerd Dudenhöffer mit seinem Programm "Déjà vu" ein Renner (26. Oktober). Bei den klassischen Konzerten möchte ich auf die herausragende Pianistin Elisabeth Brauß hinweisen, mit der wir in der Versöhnungskirche die Konzertreihe eröffnen (17. September). Die Kunstausstellungen sind in diesem Jahr etwas wenig, aber da vertraue ich auf die ergänzenden Ausstellungen des Vereins Freunde Schloss Tiengen. Interessant wird sicher die Ausstellung des englischen Bildhauers Keith Pettit aus Lewes, der ja bereits bei den Pappelskulpturen am Rhein dabei war und auch im Schloss Tiengen arbeiten wird (23. Juni bis 14. Juli 2019). Das Kindertheater ist diesmal reich besetzt. Ein Höhepunkt dabei ist das große musikalische Familientheater "Zwerg Nase" zum Mitspielen am 5. Dezember in der Stadthalle. Und schließlich noch zum Theater: Da ist "Der Tod eines Handlungsreisenden" von Arthur Miller ein Höhepunkt (17. Januar 2019).

BZ: Was wird für die Jugend angeboten?
Simon: Das ist seit Jahren ein Problem. Auch in der vergangenen Saison hatten wir trotz einiger interessanter Theaterstücke wenig Kontakt mit den Schulen. Das steht und fällt mit dem Einzelengagement von Lehrern, die klassenweise kommen müssten. Ich habe die Schulen bereits angesprochen und werde Gespräche führen. Aber da müssen wir auf jeden Fall mehr machen. Ich hoffe da auf frischen Wind.

BZ: Freuen Sie sich auf Ihre neue Arbeit?
Simon: Oh ja, ich liebe diesen Job. Und ich habe zur Unterstützung gute Mitarbeiter.