Immer mehr Schwangere haben finanzielle Sorgen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 10. Dezember 2012

Waldshut-Tiengen

Zweifel, mit Kind nicht über die Runden zu kommen, sind ein das häufigste Thema in den Beratungsstunden von donum vitae.

WALDSHUT-TIENGEN (ufr). "Die neuen Untersuchungsmethoden spiegeln einen Wertewandel in der Gesellschaft, sind wir auf dem Weg, uns die Kinder so zu entwerfen, wie wir sie haben oder nicht haben wollen", gab Verena Zeiher, Vorsitzende von donum vitae, Regionalverband Hochrhein, anlässlich der Hauptversammlung des Vereins zu bedenken.

Gemeinsam mit Manfred Schrenk von den Caritas-Werkstätten Gurtweil waren die Mitglieder im Tiengener Café Zwischen zusammengekommen. Das Café, das unter dem Dach der Caritas von Menschen mit und ohne Behinderung betrieben wird, war von donum vitae ganz bewusst als Versammlungsort gewählt worden. Donum vitae ist Träger der gleichnamigen Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle Hochrhein in Waldshut. Auf der Grundlage eines christlichen Selbstverständnisses sehen die Mitglieder die Entwicklung im Bereich vorgeburtliche Untersuchungsmethoden, etwa die neue Präimplantationsdiagnostik, mit Sorge. "Machbarkeitsdenken wie der ideale Zeitpunkt, das ideale Baby ist in den Beratungen präsent, die Methoden werden immer besser und sie werden auch genutzt", bestätigte Beraterin Justina Störk. Sie und ihre Kollegin Christina Huttner haben zum Thema vorgeburtlicher Untersuchungsmethoden (Pränataldiagnostik) Fortbildungen besucht, um den Frauen in diesem Bereich vor, während und nach entsprechenden Untersuchungen kompetente Ansprechpartnerinnen sein zu können.

Mehr als 300 Beratungsgespräche führen die donum-vitae-Mitarbeiterinnen im Jahr. Die Zahl der Beratungsgespräche bleibt relativ konstant. Die Angst, mit Kind finanziell nicht mehr über die Runden zu kommen sei noch stärker als vor ein paar Jahren der Hauptgrund, warum Frauen die donum-vitae-Beratungsstelle aufsuchen. Zweifel, ob die eigene Kraft reiche, um ein Kind großzuziehen, kämen oft bei Alleinerziehenden hinzu. Auch die Arbeitssituation, etwa wenn jüngere Frauen sich noch in der Ausbildung befinden, spiele eine große Rolle.

Finanziell hat der Verein im vergangenen Jahr mit einem leichten Minus abgeschlossen. Kassiererin Ute Schmidt erwartet ein ähnliches Ergebnis für 2012. "Die Reserven sind abgeschmolzen, Tariferhöhungen werden die Personalkosten weiter steigen lassen, wir müssen die Einnahmeschraube nach oben drehen", forderte Kassenprüfer Bernhard Götz. Landeszuschüsse, Mitgliedsbeiträge, Spenden und ein Zuschuss des Landkreises gehören zu den Einnahmequellen des Vereins.