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12. Oktober 2017

Martin Albers zieht weg

Die CDU-Fraktion im Kreistag muss sich bis März einen neuen Vorsitzenden suchen.

  1. Martin Albers wird den Landkreis verlassen und aus dem Kreistag ausscheiden. Foto: BZ

WALDSHUT-TIENGEN. Die CDU-Fraktion im Waldshuter Kreistag muss sich einen neuen Vorsitzenden wählen. Martin Albers (64), der Sprecher der Christdemokraten im Kreistag und langjähriger Oberbürgermeister der Stadt Waldshut-Tiengen, wird den Landkreis voraussichtlich im März kommenden Jahres verlassen. Das hat er seinen Kreistagskollegen am Mittwoch am Rande ihrer Sitzung in Görwihl mitgeteilt.

Albers zieht es zurück in seine Heimat Achern in der Ortenau, wo er derzeit eine leerstehende Wohnung in seinem Elternhaus für sich und seine Ehefrau umbauen lässt. Der Weg zurück, so sagt er, sei nach seinem Ausscheiden aus dem Rathaus von Waldshut-Tiengen für ihn schon immer eine Variante gewesen. Jetzt spüre er, dass er am Hochrhein alles hinter sich lassen müsse, um an anderer Stelle einen Neuanfang zu machen mit anderen Menschen, anderen Themen und einer anderen Umgebung. Schon immer habe er geahnt, dass dies der Preis für die intensiven Jahre als Oberbürgermeister sein könnte.

Martin Albers wurde 1991 erstmals zum Oberbürgermeister der Stadt Waldshut-Tiengen gewählt. Nach insgesamt 24 Jahren und drei Amtsperioden an der Spitze der Doppelstadt verzichtete er 2015 auf eine erneute Kandidatur, blieb aber in der Stadt wohnen und in der Kommunalpolitik als christdemokratischer Kreisrat und Sprecher der CDU-Fraktion im Kreistag aktiv.

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Als Vorsitzendem der CDU im Kreistag sind insbesondere die vergangenen Monate für Martin Albers zur Herausforderung geworden. Es lag an ihm, gemeinsam mit dem jetzigen Landtagsabgeordneten und künftigen Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner zwischen den sich vollkommen widersprechenden Ansichten der Kreisräte aus dem Osten und dem Westen des Landkreises in der Spitalfrage zu vermitteln und die Mehrheitsfraktion im Kreistag damit auf Kurs zu halten. Insbesondere in Bad Säckingen ist ihm dies in Leserbriefen und öffentlichen Wortmeldungen häufig als Verrat am Spital in der Trompeterstadt missgedeutet worden. Freunden und Weggefährten gegenüber hat Albers denn auch deutlich gemacht, dass ihm die Arbeit im Kreistag und in der Fraktion Spaß gemacht habe und bis zu seinem Wegzug im Frühjahr noch Spaß machen werde. Der Kreistag sei nicht ausschlaggebend für den Wechsel gewesen.

Vertraut waren Albers die Stadt und der Landkreis schon vor seiner ersten Wahl zum Oberbürgermeister. Zweimal arbeite er zuvor im Landratsamt. Zunächst war er nach seinem zweiten Staatsexamen als Jurist als Regierungsassessor für die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landkreis zuständig. Ende 1987 dann übernahm er die Leitung des Umweltdezernats. Es folgte eine kurze Zeit als stellvertretender Pressesprecher im baden-württembergischen Kultusministerium in Stuttgart. 1990 wurde er in Waldshut zum Ersten Landesbeamten und damit zum Stellvertreter von Landrat Bernhard Wütz im Landratsamt gewählt.

Vor seinem Jurastudium in München hatte Martin Albers in Westfalen katholische Theologie und Philosophie studiert.

Autor: Axel Kremp