Villiger wieder alleine Chef

Rahel Plüss

Von Rahel Plüss

Do, 07. Dezember 2017

Waldshut-Tiengen

Nach dem Weggang des Generaldirektors leitet der 87-Jährige erneut das Zigarren-Unternehmen.

WALDSHUT-TIENGEN. Villiger ist in Tiengen ein Begriff. Das 1910 in Tiengen gegründete Tochterunternehmen des Schweizer Zigarrenherstellers ist eng mit der Stadt verbunden. An der Spitze des Tabakverarbeiters steht wieder der 87-jährige Heinrich Villiger als alleiniger Chef der Villiger Gruppe. Manager Robert Suter hat die Villiger Gruppe bereits wieder verlassen. Er ist erst 2016, im Rahmen der Nachfolgeregelung für Patron Heinrich Villiger, gekommen.

Die Villiger Gruppe hat weltweit 1700 Angestellte und produziert jährlich über 1,5 Milliarden Zigarren und Zigarillos und erzielt einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro. Die deutsche Tochtergesellschaft Villiger Söhne GmbH hat Herstellungsbetriebe in Tiengen und in Bünde/Dünne (Westfalen). 120 Personen arbeiten am Standort Pfeffikon im Kanton Luzern, 353 in Deutschland. Im Frühjahr 2016 hatte Zigarrenpatron Heinrich Villiger (damals 86) versucht, seine Nachfolge zu regeln und einen Generaldirektor angestellt. Der Schritt war angesichts seines fortgeschrittenen Alters allgemein begrüßt worden.

Außenstehende hatten allerdings Zweifel, ob es Heinrich Villiger nach 65 Dienstjahren im Familienunternehmen gelingen würde, loszulassen – umso mehr, als der neue Generaldirektor zuvor mit der Branche nichts zu tun gehabt hatte. Robert Suter (58) war zuvor Konzernchef der Conzzeta AG, zu der auch die Sportartikelmarke Mammut gehört.

Die Skeptiker haben Recht bekommen. Still und leise hat Heinrich Villiger Ende September seinen operativen Chef verabschiedet. "In gegenseitigem Einverständnis", wie er der gegenüber Medien mitteilte. Gleichzeitig mit dem Abgang von Generaldirektor Robert Suter aus dem Unternehmen ist Villigers Tochter Corina Villiger wieder in den Verwaltungsrat der Villiger Söhne Holding AG sowie der Villiger Söhne AG eingetreten. Sie war bereits früher während mehrerer Jahre im Verwaltungsrat tätig. Hauptberuflich wird sie weiterhin als Ärztin arbeiten.

Auf einen Generaldirektor wird künftig verzichtet. Heinrich Villiger, der nach wie vor Verwaltungsratspräsident ist, sagte, er habe jetzt natürlich schon wieder mehr zu tun, aber es mache ihm nach wie vor großen Spaß. Außerdem habe er drei sehr gute Spartenchefs (Marketing, Finanzen, Technik). Suters initiierte Projekte würden weitergeführt. Alles gehe seinen Gang. Jetzt freue er sich auf seine alljährliche Schnapsbrennwoche zwischen Weihnachten und Neujahr.