Zwei Trainer, zwei Rätsel

Werner Hornig

Von Werner Hornig

Mo, 10. September 2018

Bezirksliga Hochrhein

BEZIRKSLIGASPIEL DES TAGES:SV Herten biegt gegen VfB Waldshut 0:2-Rückstand in 3:2-Sieg um.

FUSSBALL Bezirksliga: SV Herten - VfB Waldshut 3:2 (2:2). Hohen Unterhaltungswert hatte das Aufeinandertreffen der beiden Aufsteiger, das mit einem verdienten 3:2-Heimsieg für den SV Herten endete. Der VfB Waldshut konnte seinen furiosen Beginn und die 2:0-Führung nicht bis zur Pause halten.

"Es war teilweise vogelwild, was hier abgeliefert wurde", sagte Jochen Zuber, der Waldshuter Co-Trainer. Seine Elf hatte die erste halbe Stunde der Partie dominiert, "warum wir dann mit dem Fußballspielen aufgehört haben, ist mir ein Rätsel", sagte er konsterniert. Der VfB legte mit schnellem Spiel los, ließ zwei Großchancen aus, ehe Fabian Eppler durch die Hertener Abwehr spazierte und aus 18 Metern zum 1:0 vollendete (18.). Die Gastgeber waren nach dem Gegentor völlig von der Rolle, und als Waldemar Schmidt sich nur noch mit einem Foul an Giuseppe Ferraro zu helfen wusste, erhöhte Serkan Korkut per Elfmeter auf 2:0.

Nicht nur Zuber ließ der Verlauf der ersten Halbzeit rätselnd zurück. "Keine Ahnung, was bei uns los war", rätselte Hertens Coach Thorsten Szesniak nach der Partie. "Dabei haben wir uns akribisch auf das VfB-Spiel vorbereitet. Aber es ging zunächst alles in die Hose." Nach dem 0:2 reagierte Szesniak, brachte Kevin Wolek für Phil Sailer, und wie aus dem Nichts fiel der Anschlusstreffer durch ein Solo von Tunahan Kocer (32.), zwei Minuten später glich Herten sogar aus: Julian Jäger lupfte über VfB-Torhüter Cihan Ceylan – der Ball landete am Pfosten und Philipp Müller staubte zum 2:2 ab.

Herten justiert in der Pause erfolgreich nach

In den letzten Minuten vor der Pause ging es in beiden Strafräumen drunter und drüber. Kocer und Müller verpassten das 3:2, auf der Gegenseite setzte Shqiprim Kertoku den Ball völlig frei aus sechs Metern neben das Tor. Zum Abschluss scheiterte auch Hertens Mario Rittwag aus sieben Metern an Ceylan (45.+1). "Gut, dass Pause war", schnaufte Szesniak durch. "Da konnten wir einiges nachjustieren." Offenbar mit Erfolg, denn in der 53. Minute traf Torjäger Müller zum 3:2. Herten übernahm nun das Zepter und hielt den VfB weitgehend vom eigenen Strafraum fern. Großes Manko wardie Chancenverwertung, Kocer und Müller verpassten die Entscheidung.

Und Waldshut? Wenn nichts mehr geht, hilft der Gegner. SVH-Torhüter Jonas Schulz vertändelte den Ball, aber Ferraro wusste mit der Gelegenheit nichts anzufangen und verpasste das 3:3. "Bei uns war kein Aufbäumen mehr zu spüren. Das war in der letzten Woche gegen Wittlingen noch ganz anders", sagte Zuber und urteilte: "Ein Unentschieden wäre für uns glücklich gewesen." Auch weil Herten weiter auf die Entscheidung drängte, die Ceylan mit seiner Parade gegen Kocer verhinderte.

So wurde es in der Nachspielzeit noch einmal spannend. Einen Freistoß aus 16 Metern donnerte Kertoku an den Pfosten – Chance vertan, kurz darauf war Schluss. "Klar hatten wir in dieser Situation viel Glück, aber letztlich ist der Sieg für uns hochverdient", sagte Szesniak nach dem dritten Saisonsieg.

Tore: 0:1 Eppler (18.), 0:2 Korkut (26./Foulelfmeter), 1:2 Kocer (32.), 2:2, 2:3 beide Müller (34., 53.). Schiedsrichter: Preinl (Kandern). Zuschauer: 120.