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20. Juli 2012

Hilfe durch EU-Gelder

Wankende spanische Sparkassen

Mit den EU-Hilfsgeldern sollen die Kreditinstitute gerettet werden, die einst die Banken der kleinen Leute waren.

MADRID. Die hilfsbedürftigen spanischen Kreditinstitute sind aus früheren Sparkassen hervorgegangen. Die Zusammenschlüsse haben Millionen Kunden und Milliarden Schulden.

Einer der Bundestagsabgeordneten, dem die Rettung spanischer Banken Bauchschmerzen bereitet, ist Thomas Silberhorn von der CSU. Er sehe nicht ein, warum Hilfskredite an Banken vergeben werden sollten, die nicht systemrelevant seien. Das heißt: Würden solche nicht systemrelevanten Banken pleitegehen, käme es nicht zu einem Zusammenbruch des Finanzsystems. Entsprechend bräuchten sie keine staatliche Unterstützung. Falls Silberhorn meinte, dass die angeschlagenen Kreditinstitute für das spanischen Bankensystem unbedeutend seien, war er jedoch falsch informiert. Richtig ist, dass es nicht allen spanischen Banken schlecht geht. Die drei Großen Banco Santander, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) und Caixa Bank sind wohl gesund. Doch schon die Nummer vier Bankia ächzt. Eine Bankia-Pleite würde Schockwellen durch das spanische und das europäische Finanzsystem senden.

Im April dieses Jahres gab sich der damalige Bankia-Vorstand Francisco Verdú optimistisch. Bankia sei auf dem Wege, "nicht nur die Nummer eins bei der Zahl der Kunden oder Hypotheken zu sein, sondern auch führend bei der Effizienz". Aus heutiger Sicht klingt das verwegen. Die neue Bankia-Führung hat einen Kapitalbedarf in Höhe von 19 Milliarden Euro errechnet. Ein Großteil der europäischen Hilfsgelder fließt in die Bankia-Rettung.

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Bankia entstand Anfang vergangenen Jahres aus der Fusion von sieben Sparkassen. Die Sparkassen waren früher die Banken der kleinen Leute. Ihre Gewinne verschwanden nicht in den Taschen von Aktionären, sondern gingen an die gemeinnützigen Stiftungen der Sparkassen.

1988 erhielten die bis dahin auf ihre Heimatregion beschränkten Sparkassen die Erlaubnis, im ganzen Land auf Kundenfang zu gehen. Die größten von ihnen, La Caixa aus Barcelona und die Caja Madrid, stiegen in die nationale Bankenelite auf. Doch für viele endeten die guten Zeiten mit dem Platzen der Immobilienblase. Im Zeichen der Krise hielt man es für eine gute Idee, dass sich die schwächelnden Sparkassen zusammenschließen. Aus 45 Sparkassen gingen 15 neue Institute hervor. Diese wanken mitunter und sie sind ohne Zweifel systemrelevant.

Autor: Martin Dahms


1 Kommentar

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Peter Matulla

Registriert seit: 18.09.2010

Kommentare: 540

20. Juli 2012 - 10:08 Uhr

Es ist wirklich rührend, dass wir mit der Bankenhilfe jetzt die für die kleinen Leute systemrelevanten Sparkassen retten dürfen. Die Botschaft ist klar: CDU/CSU, FDP, SPD und Grüne helfen jeder ausländischen Zockerbank, ob in Spanien, Griechenland oder Italien, ob systemrelevant oder nicht.

Das Grundprinzip, dass dass Haftung und Entscheidung nur dann zusammenkommen, wenn derjenige der entscheidet dann auch haftet, wird einfach über den Haufen geworfen. Soziale Marktwirtschaft im Bankensektor ad absurdum.

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