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02. März 2011
Warnung vor "Nutzungskonflikten"
Fahrgastbeirat kritisiert mangelnde Berücksichtigung des ÖPNV beim neuen Bahnhofsareal.
MÜNSTERTAL. Eine modernisierte Münstertalbahn, ein neu gestaltetes Bahnhofsareal: Münstertal erhält eine neue Verkehrsinfrastruktur. Gut für Einheimische und Gäste – findet auch der Fahrgastbeirat Süd im Regio-Verkehrsverbund (RVF). In einem offenen Brief an die Mitglieder des Gemeinderates weist der Beirat jedoch zum wiederholten Mal auf seiner Ansicht nach eklatante Mängel bei der Planung des Bahnhofsgeländes hin. Dabei geht es vor allem um eine angeblich zu geringe Berücksichtigung der Bedürfnisse des ÖPNV.
Mit der Modernisierung der Münstertalbahn der SWEG dürften die Fahrgastzahlen ansteigen. Eine gute Busanbindung an die Endhaltestelle sowie ausreichend Parkmöglichkeiten sind nach Meinung des Fahrgastbeirates unbedingt notwendig, um einen zukunftsfähigen Verkehrsknotenpunkt zu schaffen.
In Zusammenhang mit der Neugestaltung des Geländes rund um das alte Bahnhofsgebäude soll dort auch ein Supermarkt entstehen. Der Fahrgastbeirat warnt nun davor, diese an sich "löbliche Absicht zulasten des ÖPNV umzusetzen". Bei einer zu einseitigen Orientierung an städtebaulichen und wirtschaftlichen Interessen seien "Nutzungskonflikte" vorprogrammiert.
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Wie könnten derartige Konflikte aussehen? Sowohl der Bahnhof als auch der geplante Markt benötigen Flächen für eine geeignete Infrastruktur. Die Nutzung dieser Flächen dürfte jedoch recht unterschiedlich ausfallen: Während die Kunden des Marktes Kurzzeitparker sind, stellen die Bahnreisenden ihr Fahrzeug über einen längeren Zeitraum ab. In den Entwürfen der Gemeinde sind Parkplätze für Bahnfahrer nach Meinung des Fahrgastbeirates nicht in ausreichender Zahl und zudem an der falschen Stelle vorgesehen. Sie sollen westlich des Marktes in großem Abstand zum Bahnsteig entstehen, während die Supermarktkunden in unmittelbarer Nähe zu den Zügen parken sollen. Zur Lösung dieses Problems schlägt der Beirat eine Drehung des geplanten Marktes um die eigene Achse vor.
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die unzureichende Gestaltung des Areals in Bezug auf die Bedürfnisse der Linienbusse. So soll nach dem Planentwurf auf direkt am Bahnsteig gelegene Haltebuchten verzichtet werden. Dies hält der Fahrgastbeirat in seiner Stellungnahme für eine völlig unzureichende Lösung. Er fordert Haltebuchten für mindestens vier Busse direkt am Bahnsteig. Ansonsten könne die gebotene "Entmischung der verschiedenen Verkehrsarten", Liefer-, Individual- und Busverkehr, nicht gewährleistet werden. Die Busse würden den Verkehr auf der Straße und dem Parkplatz behindern. Westlich des Marktes ist eine Aufstellbucht geplant. Der Fahrgastbeirat kritisiert, es sei völlig unklar, wie die Busse dort überhaupt hin gelangen sollen. Eine Wendeplatte sei nur als Provisorium vorgesehen, der Verkehr würde erneut behindert. Zwar sei zu einem späteren Zeitpunkt im Westen der Bau einer Zufahrtsstraße zur L123 angedacht. Dies sei jedoch eine völlig unsichere Option für die Zukunft. Auch auf die Interessen von Radfahrern und Fußgängern werde zu wenig eingegangen, meint Beirats-Sprecher Wolfgang Heinz in dem offenen Brief. Er fordert Stellplätze und Boxen für Fahrräder sowie einen "ungestörten Fußgängerzugang zum Bahnsteig". Weiterhin sei eine Verbreiterung der geplanten Bahnsteige dringend nötig.
Bürgermeister Rüdiger Ahlers erklärte auf BZ-Anfrage, man werde sich mit den Bedenken in Ruhe auseinandersetzen und sie im Rahmen des weiteren Verfahrens abarbeiten. Zudem signalisierte der Bürgermeister, er werde auch noch einmal das Gespräch mit dem Fahrgastbeirat suchen.
Autor: Jan Wittenbrink
