Alltagswissen

Warum bekommen Kinder beim Metzger oft eine Scheibe Lyoner geschenkt?

Katharina Meyer

Von Katharina Meyer

Sa, 26. Mai 2018 um 00:00 Uhr

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Es ist in vielen Supermärkten und Metzgereien eine Tradition, dass Kinder von der Verkaufskraft an der Fleischwarentheke eine Scheibe Lyoner geschenkt bekommen. Warum ausgerechnet Lyoner?

"Das ist eine nette Geste, eine Tradition", sagt Gero Jentzsch, der Pressesprecher des deutschen Fleischereiverbandes. Als Regel sei das nirgendwo festgelegt. "Aber dass Kinder ein Stück Wurst bekommen, gibt es wahrscheinlich schon länger als den Fleischerverband."

Warum Kinder beim Metzger, aber kaum je an der Käsetheke oder beim Bäcker beschenkt werden, führt der gelernte Historiker und Jurist darauf zurück, dass Fleischer traditionell recht wohlhabend waren. "Die hatten am ehesten was zu verschenken." Aber das sei natürlich reine Spekulation.

Dass die Wahl immer auf Lyoner fällt, findet Jentzsch nicht überraschend: "Brühwurst ist die am meisten verzehrte Wurstfamilie – und die Lyoner ist die Mutter all dieser Sorten." Zu den Brühwürsten gehören Wienerle, Mortadella, Bierschinken – "alles, was am Ende Rosa ist. " Dagegen kommen Kochwürste (Blut- und Leberwürstchen) und Rohwürste (Salami und Metwurst) offenbar nicht an. "Man weiß einfach aus Erfahrung, dass Kinder das gerne mögen." Und auch unter praktischen Gesichtspunkten kann die Lyoner gegenüber der Leberwurst punkten – da ist dann auch die Mutter dankbar.

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