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10. August 2012 18:06 Uhr

Ortsnamen in der Region

Warum heißt Obermumpf Obermumpf?

Ob Sexau oder Yach – in der Region gibt es viele kuriose Ortsnamen. Die BZ erklärt in einer Serie die Herkunft der Bezeichnungen. Heute: Mumpf und Obermumpf.

  1. Mumpf und Obermumpf liegen in der Schweiz – so dass wir zugeben müssen: Gelbe Ortsschilder wie auf unserer Montage gibt es dort nicht. Doch wie ist der Name zu erklären? Foto: cmfotoworks, Fotolia.com

Wer Mumpf nicht kennt, wird sich entweder gar nichts, oder aber, je nach Temperament und Phantasie, gleich ganz viel darunter vorstellen können. So wie Michael Ende beispielsweise, dessen Mumpf im Sumpf sich wiederum nicht vorstellen kann, dass außerhalb seines Teiches so seltsame Geschöpfe wie die Menschen leben könnten. Doch das tun diese durchaus, unter anderem auf der anderen Seite des Rheins, gleich gegenüber Bad Säckingen, nämlich in Mumpf und Obermumpf.

Karte: Wo liegt Obermumpf?

Mumpf, "’s Dorf wo mer gfallt", wie die Eidgenossen ihre Ortschaft liebevoll umschreiben, erstreckt sich über eine Länge von fast zwei Kilometern in einem Engpass mit gerade mal 200 Meter Breite zwischen dem Rhein und den Steilhängen der Tafeljura. Schon während der Bronzezeit war die Gegend besiedelt, wie verschiedene Funde belegen.

Das zwei Kilometer südlich davon gelegene Obermumpf im Fischingertal wurde als "Obermumphier" 1302 in einem Verzeichnis des Bistums Basel erwähnt. Auf dem nahegelegenen Mumpferfluh hatten die Römer im vierten Jahrhundert einen Beobachtungsposten zur Sicherung der Nordgrenze errichtet.

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Das Eisen weist den Weg zum Namen

Dieser Berg dürfte zudem für den Namen verantwortlich sein. Denn das so putzig verballhornte Mumpf stammt wahrscheinlich von der lateinischen Bezeichnung "ad montem ferri" ab, was "beim Eisenberg" bedeutet. Andere Quellen verweisen auf lateinisch "ad montem firmum", was wiederum "beim beständigen Berg" hieße. Wie auch immer. Der beständige Berg jedenfalls ist geblieben, nachdem die Römer längst ab-, und die Helvetier eingezogen sind in die fruchtbaren Täler rund um den Mumpferfluh.

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Autor: Hans Jürgen Kugler