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02. Juni 2011 17:32 Uhr

Pflanzenapotheke

Was Frauen wollen: den Frauenmantel

Aller Frauen Heil: Gegen Beschwerden in der Periode oder im Klimakterium ist ein Kraut gewachsen. Der Frauenmantel verschafft Linderung – und ist im Sonnenschein auch noch eine echte Augenweide.

  1. Aller Frauen Heil – der Frauenmantel Foto: Fotolia.com/Gertrude Kaindl

FRAUENMANTEL (Alchemilla xanthochlora oder vulgaris)

Pflanzenfamilie
Rosengewächse(Rosaceae); es gibt etwa 300 Arten von Frauenmantel. In den Gärten findet man oft Zuchtformen.

Volksnamen
Marienkraut, Milchkraut, Frauentrost, Taumänteli, Muttergotteskraut, Liebfrauenmantel, Tauschüssele, Ohmkraut, Perlkraut, Gewittergras, Weiberkittel, Wundwurz, Sinau, Tränenschön

Vorkommen
Europa, Nordamerika, in Asien auf Wiesen; er wächst an Bachufern und an Gebüschen

Blütezeit
Mai bis September

Geschichte und Aberglaube
Der deutsche Name erinnert an den gefaltete Mantel auf Mariendarstellungen des Mittelalters. Daher stammt auch die Verwendung der Pflanze in der Volksmedizin bei weiblichen Unterleibsbeschwerden und unerfülltem Kinderwunsch.Die Pflanze ist ein Beispiel der Signaturenlehre.

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Der botanische Name "Alchemilla" bedeutet "kleine Alchemistin". Woher der kommt? Am Ende der Blattzipfel wird aus Wasserspalten (Hydathoden) reines Wasser ausgeschieden (das nennt sich Guttation). Das sammelt sich in der Blattspreite und wurde zur Herstellung von magischen Essenzen verwendet.

Was ich spannend finde: Die Germanen verehrten die Pflanze als Spenderin des Ehesegens. Sie verglichen das schalenförmige Blatt mit dem Geburtsschoß und widmeten es der Göttin Freija.

Interessant ist, dass die Römer die Pflanze "Venusmantel" nannten. Priesterinnen verwendeten sie zu Sitzbädern, weil sie glaubten, damit den Genitalbereich wieder in eine Art jungfräulichen Zustand zu versetzen.Den Druiden diente das Guttationswasser zu kultischen Handlungen. Als besonders reines Wasser sollte es zudem der Schönheit dienen und Sommersprossen entfernen.

Hildegard von Bingen setzte den Frauenmantel gegen Geschwüre ein und Paracelsus als Wundheilmittel.

Frauenmantel ist Bestandteil der Kräuterbüschel, die zu Mariä Himmelfahrt (15.August) in verschiedenen Gegenden Süddeutschlands geflochten werden. Nach der kirchlichen Weihe sollen sie Haus und Hof vor Blitzschlag schützen.

Besonders reizvoll wirken meiner Meinung nach die Guttationstropfen an Blättern des Silbermantels, der alpinen Variante des Frauenmantels, wenn die Sonne darauf scheint – sie glänzen dann wie Perlen.

Inhaltstoffe
Gerbstoffe wie Ellagitannine, Agrimoniin und Laevigatin; Flavonoide

Anwendung
In der Volksheilkunde ist der Frauenmantel immer noch beliebt, äußerlich zum Beispiel für Sitzbäder wie innerlich etwa bei schmerzhaften Periodenblutungen, Ausfluss oder Klimakteriumsbeschwerden.

Aufgrund des Gerbstoffgehaltes wird das frische und getrocknete Kraut bei Darmkatarrhen und als entzündungswidriges Gurgelmittel verwendet.

Teezubereitung
Übergießen sie 2 Teelöffel getrocknetes Frauenmantelkraut mit 150 ml siedendem Wasser. Nach 10-15 Minuten abseihen und 1-3 Tassen täglich trinken.

Als Teemischung zur Vorbeugung von Frauenbeschwerden kann ich empfehlen:
30g Frauenmantelkraut, je 20 g Rosmarinblätter, Schafgarbenkraut, Kamillenblüten, Johanniskraut und 5 g Taubnesselblüten. Von der Mischung übergießen Sie einen Teelöffel mit 150 ml siedendem Wasser, seihen nach 5-10 Minuten ab und trinken nach den Mahlzeiten je eine Tasse

Homöopathie
Alchemilla bei chronischem Durchfall infolge von Lebererkrankungen und bei Weißfluss.

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Autor: Frank Hiepe