Ratgeber

Was Verbraucher tun können, wenn sie Geschenke umtauschen wollen

Sabina Hoerder

Von Sabina Hoerder

Di, 26. Dezember 2017 um 09:43 Uhr

Wirtschaft

Ein generelles Umtauschrecht besteht nicht: Diese Möglichkeiten haben Verbraucher, wenn ihnen das Weihnachtsgeschenk nicht gefällt oder es nicht funktioniert.

Eigentlich sollen Geschenke ja Freude bereiten. Das gelingt aber nicht immer. Manchmal landen Gaben unterm Tannenbaum, die nicht gefallen oder gar kaputt sind. Diese Rechte haben Käufer gegenüber dem Händler, wenn man das Geschenk nicht behalten will:

Nicht jedermanns Sache

Porzellanfiguren, Krawatten mit Comic-Motiven und elektrische Dosenöffner sind nicht jedermanns Sache. Gut ist, wenn man das unliebsame Geschenk dann umtauschen kann. Doch dies ist nicht immer der Fall. "Ein generelles Umtauschrecht besteht nicht", sagt Mona Maria Semmler, Juristin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Bietet der Verkäufer ein freiwilliges Umtauschrecht an, so richten sich die Bestimmungen dieses Rechtes auch nach den Vorgaben des Händlers."

Individualisierte Produkte ausgenommen

Deshalb sollte man besser vorher nach den Umtauschmodalitäten fragen: Welche Frist gilt? Bekommt der Käufer sein Geld zurück oder muss er stattdessen etwas anderes kaufen? Ist auch beim konkreten Produkt ein Umtausch möglich? Ausgenommen sind in der Regel individualisierte Produkte – beispielsweise das mit dem Namen bestickte Handtuch – und oft auch reduzierte Artikel. In jedem Fall sollte man den Kassenbon aufbewahren.

Bei Online-Käufen Widerrufsfrist beachten

Ein wenig anders sieht die Lage aus, wenn man seine Geschenke im Internet kauft. Hier besteht eine gesetzlich festgeschriebene Widerrufsfrist von 14 Tagen. Solange kann man den Vertrag widerrufen – auch wenn die Einkäufe lediglich nicht gefallen. Der Käufer bekommt dann sein Geld zurück. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, bei denen kein Widerruf möglich ist – wie etwa bei individuell angefertigten Gegenständen oder schnell verderblichen Waren. Viele Internet-Händler bieten über die gesetzliche Regelung hinaus freiwillig längere Umtauschfristen.

Fehlerhafte Geschenke

Ist ein Geschenk kaputt, hat der Käufer einen Gewährleistungsanspruch. Bei Mängeln muss der Händler kostenlosen Ersatz bieten oder die Ware reparieren. Ist der Ersatzartikel ebenfalls fehlerhaft oder gelingt die Reparatur zweimal nicht, haben Käufer einen Anspruch darauf, den Kaufpreis zu reduzieren oder ganz vom Kauf zurückzutreten. Von der Gewährleistung zu unterscheiden ist die Garantie, die der Hersteller freiwillig geben kann.

Stolpersteine bei Gutscheinen

Nicht viel verkehrt machen kann man mit einem Gutschein, denken viele. Doch auch hier können Schenkende daneben greifen – etwa wenn der Schwimmbad-Gutschein auf einen Bademuffel trifft oder das Kinderbekleidungsgeschäft nur Größen führt, aus denen die Beschenkte längst entwachsen ist. Einen allgemeinen Anspruch darauf, dass der Händler für den Gutschein wieder Bargeld auszahlt, gibt es nicht.

Nicht zu lange warten

Allzu lange zögern sollten Beschenkte beim Einlösen von Gutscheinen nicht, denn sie können nach einer bestimmten Zeit verfallen. "Unbefristete Gutscheine verjähren binnen der Regelverjährungsfrist von drei Jahren", sagt Verbrauchschützerin Semmler. Die Frist beginnt zum Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde. Ein im November 2017 gekaufter Gutschein muss entsprechend bis 31. Dezember 2020 eingelöst werden. In manchen Fällen ist es auch zulässig, wenn eine kürzere Frist vereinbart ist.

"Auch bei Überschreitung der Gültigkeitsdauer sollten Kunde versuchen gegenüber dem Gutscheinaussteller auf Auszahlung der Gutscheinsumme abzüglich des entgangenen Gewinns zu bestehen – auch wenn es zu dieser Frage anderslautende Urteile gibt. Wenn Kunden höflich nachfragen, ist häufig noch eine Einlösung nach der im Gutschein festgelegten Dauer möglich", sagt Verbraucherschützerin Semmler.