BZ-Wissensforum

Was wir von Johannes Warth über Achtsamkeit gelernt haben

Holger Knöferl

Von Holger Knöferl

Do, 10. Januar 2019 um 07:44 Uhr

Freiburg

Oberschwabe, Schauspieler, Clown, Zirkusgründer, Ermutiger – all das vereint Johannes Warth in sich. Beim BZ-Wissensforum im Ballhaus der Tanzschule Gutmann sprach er über Achtsamkeit.

So nicht: Mit krummem Rücken stapft Warth über die Bühne: "Heit wird wied’r so a richdiga Scheißdaag", bruddelt es in oberschwäbischem Dialekt aus ihm heraus. So wird es auch kommen, denn: "Was wir aussprechen, trifft auch ein."



Der Sprachsezierer:
Immer wieder zerlegt Warth Begriffe in Bedeutungen, die das Publikum so nicht unbedingt erwartet hätte. In "Achtsamkeit" steckt beispielsweise die Silbe "sam" und die führe zurück auf "Samen". Daraus folgt für Warth: "Erfolg ist nichts anderes als die Folgen dessen, was sie vorher gemacht, also gesät haben." Achtsamkeit basiert für ihn auf der Aussaat von acht Samen.

Der erste Schritt: Morgens aufstehen und etwas Positives zu sich selbst sagen. Weil: "Wer mit sich selbst nicht klarkommt, kann nicht erwarten, dass er mit anderen Menschen klarkommt."

Moderne Einsamkeit: Wer der modernen Maxime "Du musst mehr auf Dich selbst achten" folge, wird auf Dauer allein bleiben. Warth empfiehlt eine vertrauensvolle Kommunikation mit dem eigenen Umfeld: hin- statt zuzuhören.

Veränderung: "Wer bei Veränderung nicht mitmacht, muss zum Schluss den Blödsinn machen." Warth empfiehlt einen aktiven Umgang mit Veränderungen. Deshalb sei es auch wichtig, "dass wir immer auch für uns selbst etwas Neues machen." Denn: "Wenn wir aufhören, an uns zu arbeiten, dann lassen wir uns gehen."

Angst: Die Menschen müssten lernen, "die Furcht loszuwerden", denn Angst mache klein. "Nicht entsorgen" dürften wir allerdings die Ehrfurcht.
Das Umfeld: Achtsamkeit, sagt Warth, bedeute auch, dass man nicht aufgrund der Enttäuschungen von Menschen aus dem eigenen Umfeld so werde wie diese. Deshalb rät er: "Probiere es selbst aus, bevor Du sagst, es geht nicht."

Spruch des Abends: "Es ist gefährlich, wenn man in Baden sagt: Ich bin ein Schwabe."

Fazit: Egal, ob er auf der Bühne hochdeutsch redet, oberschwäbisch schauspielert, mit bis zu fünf Bällen jongliert oder den Saal mit einem selbstgebastelten Schlagzeug aus alten Pappkartons und Blechdosen zum grooven bringt – in jeder Rolle macht Johannes Warth Lust auf Achtsamkeit.
Das BZ-Wissensforum ist eine Vortragsreihe der Badischen Zeitung. Zu einzelnen Vorträgen sind noch Restkarten erhältlich, einen Überblick gibt es im Internet unter mehr.bz/wissensforum.