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30. Juni 2012

Wechsel in der Seelsorgeeinheit

Wechsel in der Seelsorgeeinheit: Pfarrer Fabian Schneider wird neuer Koordinator, Pater Tobias und Bruder Jürgen scheiden aus.

  1. Die Brüder Tobias Link und Jürgen Meyer widmen sich künftig ganz ihren Aufgaben im Kapuzinerkloster. Pfarrer Olaf Winter wird nun mit dem neuen Kooperator Pfarrer Fabian Schneider (im Bild) zusammenarbeiten. Foto: Binner-Schwarz

  2. Die Brüder Tobias Link und Jürgen Meyer widmen sich künftig ganz ihren Aufgaben im Kapuzinerkloster. Pfarrer Olaf Winter (links im Bild) wird nun mit dem neuen Kooperator Pfarrer Fabian Schneider zusammenarbeiten. Foto: Binner-Schwarz

  3. Die Brüder Tobias Link und Jürgen Meyer (im Bild) widmen sich künftig ganz ihren Aufgaben im Kapuzinerkloster. Foto: Binner-Schwarz

  4. Die Brüder Tobias Link (im Bild) und Jürgen Meyer widmen sich künftig ganz ihren Aufgaben im Kapuzinerkloster. Pfarrer Olaf Winter wird nun mit dem neuen Kooperator Pfarrer Fabian Schneider zusammenarbeiten. Foto: Binner-Schwarz

STÜHLINGEN. In der Seelsorgeeinheit Stühlingen, die sich aus Stühlinger Ortsteilen und Eggingen zusammensetzt, wird am morgigen Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes in der Stadtkirche Abschied von den Kooperatoren Pater Tobias Link und Bruder Jürgen Meyer gefeiert. Sie dürfen sich künftig ganz auf ihr Wirken im Kapuzinerkloster konzentrieren. Ihre bisherige Rolle, die beide zu je fünfzig Prozent ausfüllten, übernimmt Pfarrer Fabian Schneider, der seit Juli 2011 der Seelsorgeeinheit befristet zugewiesen ist. Stadtpfarrer Olaf Winter freut sich auf die Zusammenarbeit mit seinem Studienkollegen.

Ganz leicht fällt Bruder Tobias der Abschied nicht, schätzte er doch sehr die seelsorgerische Tätigkeit in allen Ortsteilen. Zu seinen Aufgaben gehörten seit 2003 das Feiern von Gottesdiensten mit Beerdigungen, Hochzeiten und Taufen, Krankenbesuche und vieles mehr. Oft beanspruchte dies mehr als die offizielle Arbeitszeit. "Wann immer es sich um die Arbeit mit Menschen handelt, ist die Stechuhr ein schlechter Partner und wenig hilfreich, wenn die Situation – zum Beispiel in einem Trauergespräch - mehr Zeit erfordert," erklärt der Kapuziner. Gerade die Begegnungen mit den Menschen vor Ort haben ihm besonders viel Freude gemacht. Hier konnte er direkt spüren, was sie in ihrem Alltag bewegt. Bereichernd fand er immer direkte Rückmeldungen zu seinem Tun: "Auch ein Priester freut sich, ist nicht immun gegen Lob, wenn beispielsweise seine Predigt, sein Gottesdienst bei den Gläubigen ankommt – oder braucht sachliche Kritik, wenn Dinge nicht so laufen, wie sie sollen". Der Zeitdruck, dem er durch die zweifache Arbeit ausgesetzt war, belastete Tobias Link zunehmend. Ein persönliches Anliegen ist ihm, "dass das Kloster weiterhin in die Seelsorgeeinheit eingebunden wäre."

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Bruder Jürgen Meyer, in der Region bekannt als der Organisator der Klosterkonzerte, kümmerte sich in der Seelsorgeeinheit vor allem um die Kinder- und Seniorenarbeit. So bereitete er jedes Jahr rund 40 bis 50 Kommunionfamilien auf die Erstkommunion vor. Den hier eingeschlagenen "familienkatechetischen Weg" ging er mit Überzeugung, konnte er doch ermöglichen, dass "diese Richtung in die Gemeinde hineinwuchs". Ergebnis war unter anderem die Entstehung von Gruppen, die sich Familiengottesdiensten widmen oder die bereits zum vierten Mal gestaltete alternative Osternachtsfeier. Gerne war Bruder Jürgen in der Schule tätig, schön fand er die enge Zusammenarbeit mit den Familien: "Man spürt in Stühlingen, dass die Familien alles tun und zu sehr viel Mitarbeit bereit sind, wenn es um ihre Kinder geht." In Zukunft wird er sich ganz der spirituellen Begleitung der Klostergäste widmen.

Nun also tritt Pfarrer Fabian Schneider in die Fußstapfen der beiden Kapuziner. Pfarrer Olaf Winter ist zufrieden mit der personellen Verfügung der Diözese: "Die Tatsache, dass es zwölf Gottesdienstorte in dieser Seelsorgeeinheit geben wird, hat mit dazu geführt, dass wir wieder einen zweiten Priester bekommen. Ich halte diese Entscheidung für richtig, denn die zentrale Feier des katholischen Glaubens ist nun mal die Eucharistie."

Olaf Winter wird Leiter der Seelsorgeeinheit bleiben, er setzt auf enge Zusammenarbeit mit seinem neuen Kooperator: "Für mich ist es selbstverständlich, dass Herr Schneider hier auch ein eigenes Profil entwickeln kann. Die Vorgaben unseres pastoralen Wirkens kommen aus Freiburg und Rom." Jetzt schon ist klar, dass Pfarrer Schneider in allen Bereichen der Sakramentenspendung mitarbeiten, schwerpunktmäßig die Erstkommunionvorbereitung neu ausrichten, alle Seniorenwerke begleiten und wie Pfarrer Winter in den Schulen unterrichten wird.

Fabian Schneider freut sich auf seine neue Aufgabe

Der künftige Kooperator freut sich, hier bleiben zu können. Die neue Aufgabe ist für ihn eine gute Alternative zu einer eigenen Pfarrei. Er betont: "Ich lebe und arbeite gern in Stühlingen. Die Zusammenarbeit mit Pfarrer Winter und den übrigen Haupt- und Ehrenamtlichen funktioniert gut. Außerdem bin ich froh, nach einer fast zweijährigen Wartezeit endlich wieder eine feste Stelle zu haben." Zu seinen in den letzten Monaten in der Region gemachten Erfahrungen sagt er: "Der ländliche Raum hat seine Vor- und Nachteile. Aus kirchlichem Blickwinkel funktioniert noch manches, was anderswo schon lange nicht mehr geht. Ich spüre auch viel Solidarität und Verbundenheit mit der Kirche. Der Gottesdienstbesuch braucht ja den Vergleich nicht zu scheuen. Andererseits ist es immer spannend zu fragen, wo bleibt es bei den Gewohnheiten und beim Brauchtum, und wo fangen geistliche Aufbrüche an, wo wird neu und mehr an Gott geglaubt und sich bemüht, sein Leben auch danach zu gestalten." Für sein Wirken in Stühlingen wünscht er sich "Menschen, die sich auf einen gemeinsamen Weg einlassen, jeder und jede mit seinen und ihren Möglichkeiten sowie eine Vertiefung und Erweiterung der Spiritualität."

Autor: Jutta Binner-Schwarz


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