Wege aus der Konfliktzone

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

Sa, 11. August 2018

Lörrach

Ein neuer Vorstand soll bei den Freien Wählern die Auseinandersetzungen beilegen / Auch Kandidaten aus den Ortsteilen treten an.

LÖRRACH. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag wählen die Freien Wähler einen neuen Vorstand. Dabei kommt es für den Vorsitz zu einer echten Wahl, und auch für die übrigen Positionen wurden nach der turbulenten Hauptversammlung im Mai Kandidatinnen und Kandidaten gefunden.

Bei der Hauptversammlung der Freien Wähler Anfang Mai zeigte sich, dass in der Gruppierung mehr oder weniger hinter den Kulissen heftige Konflikte ausgetragen werden. Zur Vorstandswahl kam es bei dieser Versammlung nicht, dafür wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung verabredet. Die findet jetzt am Dienstag, 14. August, um 19.30 Uhr in der Halle 9 (ehemaliger TÜV) statt und ist öffentlich, interessierte Bürger sind willkommen.

Bei dieser Versammlung werden nach jetzigem Stand der bisherige Vorsitzende Matthias Lindemer und Jörg Müller aus Haagen für den Vorsitz kandidieren, teilt Lindemer mit. Der Unterlegene stehe für den Posten des Stellvertreters zur Verfügung. Dies gebe den Mitgliedern die Möglichkeit, zwischen einem kompletten Neuanfang und einem Stück Kontinuität zu wählen, erklärt Lindemer.

Als neuer Geschäftsführer kandidiert Benjamin Groß, das war bisher Erwin Stirnadel. Kurt Huth bewirbt sich erneut für den Posten des Schatzmeisters, als Schriftführerin wird sich Regina Litfin zur Wahl stellen. Als Beisitzer kandidieren Hans-Peter Pichlhöfer, der bisher stellvertretender Vorsitzender war, neu Christine Höhner und Birgit Schmolinske. Auch andere Kandidatinnen und Kandidaten können sich bis zur und bei der Mitgliederversammlung zur Wahl stellen. Im Vorfeld hatte bei langen und intensiven Gesprächen der Ehrenvorsitzende und langjährige Gemeinderat Werner Lacher moderiert und beraten, dies war bei der Hauptversammlung so verabredet worden.

"Das war schon ein starker Konflikt mit mehreren Konfliktherden", sagt Matthias Lindemer zu den Vorgängen der letzten Zeit. Dabei ging es um unterschiedliche Interessen in den Ortsteilen und der übrigen Stadt, aber, so Lindemer, auch um den Generationswechsel. Die einen wünschen sich eine Verjüngung, andere hielten an ihren Posten fest. Diese Konflikte seien nicht vollständig ausgeräumt. Es sei Aufgabe des neuen Vorstands, zu schlichten. Doch er sei guten Mutes, dass man auf einem guten Weg sei, sagt Matthias Lindemer.

Ihm sei es ein Anliegen gewesen, die Ortsteile in den Vorschlag für einen neuen Vorstand einzubeziehen, sagt Hans-Peter Pichlhöfer, noch amtierender zweiter Vorsitzender. Das sei nicht leicht gewesen, aber schließlich gelungen. Auch aus Lindemers Sicht herrscht beim neuen Personaltableau eine gute Mischung aus Vertretern der Ortsteile und der Kernstadt. Dass die außerordentliche Mitgliederversammlung nun mitten in die Sommerferien fällt, sei der Tatsache geschuldet, dass die Kommunalwahl in nicht allzu weiter Ferne liegt. "Die Zeit drängt", sagt Lindemer. Die Vorbereitungen für die Wahl im Mai 2019 liefen trotz allem auf Hochtouren.