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16. September 2010
Angebot, das die Familie entlastet
Tagespflege St. Elisabeth wird auch im zweiten Jahr ihres Bestehens gut angenommen / Freude über ehrenamtliche Helfer.
WEHR/ÖFLINGEN. Die Tagespflege St. Elisabeth Wehr-Öflingen feierte am Dienstag ihr zweijähriges Bestehen. Leiterin Erika Scharbatke und der Vorsitzende des Caritas-Verbundes Hochrhein, Rolf Steinegger, konnten beim Pressegespräch im Beisein von Bürgermeister Michael Thater eine durchweg positive Bilanz ziehen.
Seit zwei Jahren besteht für alte Menschen nun die Möglichkeit, im Tagespflegeheim die notwendige Betreuung und Versorgung zu erhalten, was nicht zuletzt auch dazu dient, die Angehörigen zu entlasten. Neben der Bürgerstiftung und der Sozialstation St. Martin bildet die teilstationäre Tagespflege St. Elisabeth somit den dritten Pfeiler der Abdeckung der Bedürfnisse von Senioren in der Stadt Wehr.Die zwölf Tagespflegeplätze seien sehr gut ausgelastet, resümiert Erika Scharbatke zufrieden. Insgesamt sind es knapp über 40 Senioren, die zwischen ein- und fünfmal die Woche das Tagespflegeangebot in Anspruch nehmen. Die meisten der alten Menschen haben die Pflegestufe 1 oder 2 und können die Leistungen damit über ihre Krankenkasse abrechnen.
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Besonders freut sich die Leitung des Tagespflegeheimes über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die mit ihrem Engagement maßgeblich zum Gelingen der Arbeit beitrügen, erklärt Scharbatke. So gibt es zehn ehrenamtliche Fahrer, welche die Senioren in der Früh abholen und am Abend wieder nach Hause bringen. Drei weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen widmen sich Freizeitaktivitäten wie Kochen und Spazieren oder der individuellen Betreuung. Mit der Tagesbetreuung werde Senioren nicht nur die Möglichkeit sozialer Kontakte geboten. Sie ermögliche es auch, so lange wie möglich in einer vertrauten Umgebung zu bleiben, erklärt die Leiterin von St. Elisabeth.
Rund die Hälfte der Besucher leiden an altersbedingter Demenz. Rolf Steinegger sieht aber gerade darin eine besondere Herausforderungen für den Pflegedienst, der sich auch als Dienstleistung verstehen müsse: "Die geistige Leistungen lässt zwar nach, die Gefühle der alten Menschen werden aber nicht dement", gibt Steinegger zu bedenken. Gerade deshalb werde auf einen guten Umgang mit den Senioren und eine umfassende Schulung auch der ehrenamtlichen Mitarbeiter großen Wert gelegt. Dabei bedauert Steinegger, dass das Land Baden-Württemberg zum 31.12.2009 die Fördergelder für den Bau von Tagespflegestätten eingestellt hat. Der Spatenstich zum Bau des Tagespflegeheims in der Müßmattstraße in Rheinfelden im August dieses Jahres wird vorerst der letzte gewesen sein, der mit Geldern vom Land begangenen werden kann. "Das ist sehr schade, der Bedarf ist nämlich riesengroß", bedauert Steinegger. Weitere Tagespflegestätten im Caritas-Verbund gibt es in Bonndorf, Albbruck sowie Waldshut.
Dass es zur Not auch ohne Zuschüsse aus Stuttgart geht, beweist Thomas Schäuble, Bürgermeister von Lauchringen, der mit seinem Architekten Harald Jäger zum Pressegespräch nach Öflingen gekommen war. Die beiden sind derzeit in der Gegend unterwegs, um sich Anregungen für den Bau eines Tagespflegeheimes zu holen, das in der zweiten Jahreshälfte 2012 in Lauchringen seine Pforten öffnen soll.
Auch Bürgermeister Thater hält das Prinzip der Tagespflege für ein absolutes "Erfolgsmodell", das er uneingeschränkt unterstütze. "Familie sollte nicht monokausal begriffen werden", gibt Thater zu bedenken. Familien bestünden aus drei bis vier Generationen, so dass die Entlastung von Angehörigen durch die Tagespflege auch als ein "Angebot für die Familie" begriffen werden müsse. Für St. Elisabeth ist Thater voll des Lobes: "Kompliment, es ist immer wieder eine Freude vorbeizukommen."
Autor: Hrvoje Miloslavic
