Der badische Staatspräsident ist zum Festakt gekommen

Ernst Brugger

Von Ernst Brugger

Sa, 08. September 2018

Wehr

75 JAHRE NOVARTIS IN WEHR (4): 1950 wurde zur Stadt erhoben / Ciba profitiert vom massiven wirtschaftlichen Aufschwung.

WEHR. Die Novartis, die 1943 als "Ciba" nach Wehr kam, kann in diesem Jahr das 75-jährige Bestehen des Wehrer Firmenstandortes feiern. Die Geschichte der Vorgängerunternehmen von Novartis reichen über 250 Jahre weit zurück. Für die BZ Anlass, in einer Serie die historischen Meilensteine der Novartis und besonders den Standort Wehr näher zu beleuchten.

Die im Juni 1948 durchgeführte Währungsreform legte für die Ciba und die Gemeinde den Grundstein zu einem geordneten wirtschaftlichen Wiederaufbau. Nach den vielen Notjahren brachten die neue Währung und das aufkeimende Wirtschaftswachstum wieder Liquidation in die Unternehmen und damit auch in die Gemeinde. Mit viel Zuversicht gingen alle Betriebe und die Gemeindeverwaltung an Planungen und Maßnahmen, die auf eine weitere Entwicklung der Infrastruktur abzielten.

Auf dem Wege des Wiederaufbaus waren in kurzer Zeit allerseits schon beachtliche Erfolge zu verzeichnen. Neben der wieder florierenden Textilindustrie brachte auch die Ciba neue Wirtschaftskraft in die Gemeinde.

Deren Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg spiegelt sich auch in der Wehrer Stadtentwicklung wider. Nicht nur die Zahl der Arbeitsplätze nahm beim Wehrer Pharmaunternehmen ständig zu, auch die Einwohnerzahl der Gemeinde wuchs stetig an. Das beginnende Wirtschaftswunder wurde sowohl für die Ciba als auch für Wehr zu einer Erfolgsgeschichte. Mit dem zielstrebigen Bürgermeister Eugen Schmidle ging auch der tatkräftige Gemeinderat energisch die anstehenden Aufgaben an.

Stadterhebung 1950 weckte Optimismus und Aufschwung

Der dritten Versuch einer Wehrer Ortsverwaltung zur Stadterhebung hatte nun Erfolg – am 16. März 1950 erhielt man im Rathaus vom Badischen Innenministerium in Freiburg die offizielle Mitteilung, dass die Gemeinde Wehr zur Stadt erhoben werde. Mit dazu beigetragen hat sicherlich die Aufmischung der örtlichen Textilindustrie durch das Pharmaunternehmen Ciba sowie die vielseitiger gewordenen Gewerbebetriebe. Vom 8. bis 10. Juli 1950 wurde mit einem großen Fest auf dem Talschulplatz und in der festlich geschmückten Hauptstraße die Stadterhebung würdig gefeiert. Höhepunkt war der offizielle Staatsakt am Sonntagmorgen mit dem damaligen badischen Staatspräsidenten Leo Wohleb, der zusammen mit Innenminister Alfred Schühly an den Wehrer Bürgermeister Eugen Schmidle die Stadterhebungs-Urkunde überreichte. Das große Stadtfest gab der Industrie und der Gemeinde neuen Auftrieb, Probleme und infrastrukturelle Aufgaben zu lösen. Für die Ciba erforderte die ständige Zunahme des Geschäftsumfangs weitere Neubauten. Westlich der Öflinger-Straße entstanden bis 1951 zunächst Verwaltungs- und Betriebsgebäude, hauptsächlich für die Produktion der Division Pharma, für eine Werkfeuerwehr und sogar für eine eigene Firmentankstelle. Zwischen 1952 und 1954 wurde östlich der Öflinger-Straße ein neues Gebäude für Textilfarben erstellt. Dort liefen künftig Mischanlagen für Farbstoffe sowie weitere Anlagen zur Herstellung diverser Textilhilfsmittel.