Hochkultur

Der Grand Salon in Bad Säckingen bietet regionalen Künstlern eine Plattform

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 18. Januar 2019 um 13:13 Uhr

Bad Säckingen

Wer die sieben Räume im Grand Salon in der Bad Säckinger Villa Berberich durchwandert, entdeckt unter den mehr als 100 Bildern und Skulpturen etliche Arbeiten von Künstlern aus der Region.

Im Raum mit Porträtmalerei fällt ein aus neun Einzelbildern zusammengesetztes Gesichter-Panorama von Conrad Schierenberg auf. Der Maler aus Dachsberg hat Selbstbildnisse sowie Porträts seiner jüngsten Tochter Freya zu einem eindrucksvollen Ensemble zusammengefügt. In Öl auf Holz erscheinen die Konterfeis des Mädchens in verschiedenen Versionen expressiv gemalt, mit heftigen, gestischen, pastosen Pinselstrichen. In ähnlich expressivem Stil sind die Selbstporträts des Malers gehalten, in denen das Gesicht sich immer mehr ins Abstrakte auflöst.

Skulptur aus teilgebrannter Eiche mit Blattgold

Im selben Raum finden sich zwei Werke des Holzbildhauers Roland Köpfer aus Laufenburg. "Flamme" ist eine Skulptur aus rötlichbrauner Kirsche betitelt, deren dynamisch emporwachsende Formen wie züngelnde Flammen aussehen. Interessante Effekte erzeugt Köpfer in einer weiteren Skulptur aus teilgebrannter Eiche mit Blattgold. Feuer, Vergänglichkeit und der glänzende Schimmer des Golds ergeben eine starke Symbolik.

Im Erkerraum sind zwei bemerkenswerte Skulpturen der Bildhauerin Mechthild Ehmann aus Dachsberg aufgebaut. Wie eine schmale abstrahierte Schiffsform wirkt die Skulptur "Charon" aus Massivglas. Die Transparenz, das Spiel mit Licht und Reflexion, die überzeugende Schlichtheit der aus dem Glasblock geschnittenen, polierten und geschliffenen Form, sind beeindruckend in dieser Arbeit, die auf den mythologischen Fährmann und die Überfahrt an das jenseitige Ufer anspielt. Ehmanns Skulptur "Sailing Blues" aus blauem Massivglas erinnert in reduzierter Form an ein Segel.

Die Kuratorin aus Wehr stellt auch aus

Ebenfalls mit zwei aussagekräftigen Arbeiten ist Christel-Andrea Steier aus Bernau vertreten. Auf einem Sockel auf dem Boden liegt die Skulptur "Lebensreise" aus naturfarbener Ulme, deren verschlungene Formen das Auf und Ab im Leben versinnbildlichen und etwas fast Figuratives haben. Weiß lasiert ist die Skulptur "Lebenslinie" aus Weide, in der sich in den dynamischen Formen die Wege des Lebens ausdrücken.

Das Material Holz hat auch Ralf Stephan Rosa aus Grafenhausen gewählt. Seine Skulptur "Brain" aus Ahorn lässt in den organischen, weich gerundeten und gewundenen Formen verschiedene Interpretationen zu. Die Malerin Elena Romanzin aus Wehr, die als Kuratorin der Schau die Künstler und Kunstwerke persönlich ausgewählt hat, zeigt im Bereich Stillleben ein eigenes Werk: "Out of the Box" nennt sie das Bild in Acryl auf Leinen, in dem sie in fotorealistischer Präzision und feinsten Braun-Grau-Nuancen metallisch schimmernde Gefäße und Pinsel in einer offenen Pappschachtel darstellt.

Auch Künstler aus dem Kreis Lörrach sind vertreten

Doch nicht nur aus dem Landkreis Waldshut, sondern auch aus dem Kreis Lörrach sind einige Künstler dabei. So die Malerin Marga Golz, die in der Stillleben-Serie "Süßes Leben" in Eitempera und Öl auf Leinwand in bestechender Brillanz und Detailgenauigkeit einen Zuckerstreuer und Zuckerdosen ins Licht rückt. Die Durchsichtigkeit und kristalline Struktur der gläsernen Gefäße kommt malerisch glänzend zur Wirkung. Gestischen Schwung, Dynamik und kraftvolle Farbkontraste strahlt das in Acryl hinter Plexiglas gemalte Bild "Rot und Schwarz" von Gerhard Hanemann aus.

Ungewöhnliche Materialien verbindet Ellen Mosbacher in ihrem kubisch strengen Holzwürfel, aus dem Stahldraht wie kleine Büschel herausragen. Aus Kupferkabeln, Holz und Metall besteht das baumartige Objekt "Big Data" von Ulrich Wössner, das auf die digitalisierte Welt verweist. Von Heike Stadler sieht man eine Bronzefigur, die "die leichte Schwere des Seins" darstellt.

In geschwungenen Formen symbolisiert Manfred Schmid aus Rheinfelden in seiner Bronzeskulptur das "Band der Freundschaft".

Blickfänge im Raum Symbolismus sind Gemälde von Andrea Berthel aus Rheinfelden/Schweiz, die unter dem Titel "Sündenfall" verführerische weibliche Akte umgeben von Schlangen, Trauben, Feigen und Granatäpfeln zeigt. Die Besucher können wieder aus der Vielfalt ihre favorisierten Werke für den Publikumspreis wählen.
Grand Salon, Villa Berberich, bis 17. Februar, Mittwoch, Donnerstag, Samstag, Sonntag je 14 bis 17 Uhr, Kuratorenführungen 19. Januar und 9. Februar, je 15 Uhr.