Drei junge Musiker werden unterstützt

Rosemarie Tillessen

Von Rosemarie Tillessen

Sa, 05. Januar 2019

Wehr

Förderpreis der Volksbank-Hochrhein-Stiftung verliehen.

KREIS WALDSHUT. Alle drei Förderpreisträger der Volksbank-Hochrhein-Stiftung kommen aus dem westlichen Landkreis: Bastian Berlinghof (17) und Sergey Fedorov (17) aus Wehr sowie Gabriele Maurer (20) aus Laufenburg. Alle drei waren völlig überrascht über den Preis, der mit je 3000 Euro dotiert ist.

Bastian Berlinghof erreichte die Nachricht sogar gerade auf einer Konzerttournee mit seinem Orchester in England: "Ich war wirklich sprachlos und hatte nicht damit gerechnet." Gabriele Maurer, deren leibliche Mutter aus Kamerun stammt, wurde bereits früh adoptiert. "Musik und Sport", so die Musikerin, "gehören bei meiner Familie zur Tradition": Die Mutter spielt Geige, der Vater Schlagzeug. Schon während der Grundschulzeit in Laufenburg begeisterte sie sich für das Saxophon, als die Stadt- und Feuerwehrmusik in einer Werbeveranstaltung den Schülern verschiedene Blasinstrumente vorstellte. Sie erhielt dann für Saxophon Einzelunterricht. Bald kam auch Gesang dazu. Sie besuchte das Scheffelgymnasium in Bad Säckingen und machte 2016 Abitur. In Basel begann sie ein einjähriges musikalisches Vorstudium und macht derzeit an der Mannheimer Musikhochschule den "Bachelor of Jazz and Popular Music". Inzwischen hat sie auch eine eigene Band, das "Gabriele-Maurer-Quintett" – kurz "GMQ" und gab damit bereits Konzerte in Laufenburg.

Auch Bastian Berlinghof aus Wehr lernte vor neun Jahren bei einem Probetag des Musikvereins Öflingen in der dortigen Grundschule Blasinstrumente kennen und entschied sich für das Horn. Er erhielt drei Jahre lang eine Grundausbildung mit Einzelunterricht und spielt bis heute in der Jugendkapelle und im Aktivorchester des Musikvereins Öflingen. Dazu hat er an der Jugendmusikschule in Bad Säckingen Unterricht bei Julian Gibbons. Seit einem Jahr spielt er auch im Jugendsinfonieorchester in Zürich mit.

Nach der Realschule Wehr besucht er inzwischen das Technische Gymnasium in Waldshut, voraussichtlich bis 2020. Auch sein Ziel ist Berufsmusiker, vielleicht in einem Sinfonieorchester oder an einer Musikschule. Da er bisher nur auf einem Amateurinstrument bläst, träumt er von einem neuen Instrument, möglichst einem Alexander-Horn.

Sergey Fedorov aus Wehr besucht heute das Theodor-Heuss-Gymnasium in Schopfheim mit Neigungskurs Musik. Sein Vater, ein professioneller Musiker, ist Russe, seine Mutter Ukrainerin und beruflich Tanzlehrerin. Die Familie zog zunächst nach Island, wo auch Sergey geboren wurde, Doch wegen besserer Perspektiven wechselte sie 2011 nach Deutschland. Mit sechs Jahren bekam Sergey bereits in Reykjavik Gitarrenunterricht. 2015 gewann er in Deutschland bei "Jugend musiziert" bereits den zweiten Bundespreis und in diesem Jahr den ersten Preis. Aber er wollte mehr: Er bestand die Aufnahmeprüfung zur FAB, der Freiburger Akademie zur Begabtenförderung. Dort lernt er jeweils freitags klassische Gitarre. "Aber mich begeistert auch Rockmusik und Jazz!" So spielt er inzwischen sieben verschiedene Gitarren. Sein Berufswunsch? "Jetzt will ich erst mal Abi machen und dann am liebsten irgendwas mit Musik. Ich gebe gern Konzerte und möchte einfach Musik rüberbringen." Mit dem Preisgeld will er gern seinen Eltern helfen: "So ein Semester kostet doch viel Geld."

In einer Feierstunde am 29. Januar werden die drei Preisträger ihre Auszeichnung in der Volksbank entgegen nehmen. Und sie werden den Gästen Einblick in ihr Können geben.

Der Förderpreis der Volksbank-Hochrhein-Stiftung wird vom Stiftungsvorstand und -kuratorium ausgewählt und ist mit jeweils 3000 Euro dotiert. Er wird immer zwei Jahre lang an junge Musiktalente der Region verliehen. Im dritten Jahr wechselt er mit dem Großen Musikpreis, der für ein musikalisches Lebenswerk verliehen wird.