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09. Juli 2015

In 37 Minuten von Basel nach Wehr

Gemeinderat beschließt neuen Expressbus vom Bahnhof Brennet zur Stadtmitte / Weitere Verbesserungen im Nahverkehr.

  1. Bisher halten im Hölzle nur Schülerbusse, mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird die Anbindung verbessert. Foto: Barbara Schmidt

WEHR. Der öffentliche Nahverkehr in Wehr wird verbessert. Einstimmig hat der Gemeinderat einen neuen Expressbus von der Breitmatt über die Stadtmitte zum Bahnhof Brennet beschlossen. Das Hölzle und das Enkendorf bekommen zusätzliche Busverbindungen. Und wer von Wehr nach Hasel oder Schopfheim fährt, zahlt bald weniger.

Der Expressbus
Derzeit brauchen Pendler vom Bahnhof Brennet in die Innenstadt oft eine halbe Stunde oder länger. Grund ist die schlechte Taktung von Zug und Bus am Bahnhof Brennet. Vom nächsten Fahrplanwechsel am 14. Dezember an wird es deutlich schneller gehen. Die Stadt investiert 54 000 Euro jährlich in eine neue Buslinie. Der neue Bus startet um 6.45 Uhr in der Breitmattstraße, fährt über Zelgschule, katholische Kirche, Bahnhof, Novartis und Enkendorfstraße zum Bahnhof Brennet, wo eine neue Haltestelle bei der ehemaligen Apotheke an der Riedstraße eingerichtet wird. Öflingen wird ausgespart, die Ankunft in Brennet ist deshalb schon um 7.03 Uhr. Dort besteht Anschluss an die Züge nach Waldshut und Basel.

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Für den Rückweg fahren die Busse zwischen 16.16 Uhr und 18.46 Uhr im Halbstundentakt. Die insgesamt sechs neuen Verbindungen zusätzlich zum bestehenden Angebot "bringen der Stadt eine große Attraktivitätssteigerung und eine große Chance", sagte Lothar Probst, Geschäftsführer des Waldshuter Tarifverbunds (WTV). Die Fahrtzeit von Bad Säckingen in die Wehrer Innenstadt verkürzt sich im Idealfall auf 15 Minuten, von Rheinfelden auf 21 Minuten, von Basel auf 37 Minuten. Außerdem werden die Wohngebiete Zelg und Breitmatt besser angebunden.

Der Expressbus wird von der Südbadenbus GmbH (SBG) bedient und zunächst für drei Jahre montags bis freitags angeboten. Paul Erhart (CDU) bat um die Vorlage jährlicher Zahlen. Peter Felber (Freie Wähler) regte an, statt der Breitmattstraße lieber die Werrachstraße anzufahren, weil dort mehr Menschen wohnten und auch mehr Platz sei.
Hölzle, Enkendorf & Co.
Mit den Schülerbussen aus dem Hölzle darf von 14. Dezember an jedermann fahren. Bisher sind die Busse, die über das Enkendorf zur Talschule und zur Zelg fahren, nur Schülern vorbehalten. Künftig werden sie im normalen Fahrplan stehen. Morgens gibt es zwei Verbindungen: 7.25 Uhr und 8.10 Uhr ab Hölzle. Mittags sind es drei: 12.15 Uhr, 13.05 Uhr und 15.35 Uhr ab Zelgschule. Neu hinzu kommen drei Nachmittagsverbindungen aus dem Hölzle in die Stadt, und zwar auf einem veränderten Kurs: Enkendorfstraße, Novartis, Adler, Brennet, Schmidts Markt, Friedrichstraße, Flienken. Abfahrt im Hölzle ist um 12.32 Uhr, 13.22 Uhr und 15.52 Uhr. Die Kosten von 36 600 Euro teilen sich Landkreis und Stadt – Geld, das die Stadt für die Schülerbeförderung ohnehin zahlen müsste, wie Bürgermeister Michael Thater auf Nachfrage von Claudia Arnold (Grüne) erläuterte.

Weniger Tarif-Wirrwarr
Wehr gehört zum WTV, Hasel und Schopfheim zum Regioverkehrsverbund Lörrach (RVL). Fahrten über die Tarifgrenze hinweg sind teuer. Für Zeitkartenbesitzer wurde schon eine günstige Nachbarkarte eingeführt. Von 1. August an wird es auch mit dem Einzelticket billiger: "Wir haben die Tarifgleichheit hergestellt. Nach Hasel und Schopfheim zahlen Sie dann eine Zone wie im WTV", sagte Hans Peter Seibold, Waldshuter Vertreter der Südbadenbus GmbH (SBG) und Geschäftsführer des WTV. Auch die üblichen Kinderermäßigungen und die Bahncard gelten dann auf der Strecke. Allerdings nur auf dieser Strecke; nach Schwörstadt oder Lörrach bleibt es so teuer wie bisher. Karin Gallmann (SPD) regte eine Mehrfahrtenkarte an. Probst verwies auf die Bahncard, die im WTV 25 Prozent Ermäßigung bringe.

Weitere Tipps
Probst wies auch auf ein Angebot hin, das leider wenig bekannt sei: Nach 20 Uhr halten die Linienbusse auf Wunsch auch mitten auf der Strecke, um Fahrgäste aussteigen zu lassen – sofern es der Verkehr erlaubt. Zudem werden laut Probst ab Dezember 2016 auf der SBG-Linie 7335 (Bad Säckingen-Wehr-Schopfheim) nur noch Niederflurbusse fahren.

Der Dank
Thater dankte der Interessengemeinschaft (IG) Bahnhof Wehr-Brennet, deren Co-Sprecher Gerd Leutenecker die Sitzung als Zuhörer verfolgte. Leutenecker habe als Katalysator gewirkt, "manche Idee ist von Ihrer Interessengemeinschaft angestoßen worden". Probst bestätigte die wichtige Rolle der IG. Sein Dank galt zudem der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister. Thater erwiderte den Dank.

DER NEUE EXPRESSBUS

Strecke: Bahnhof Brennet, Enkendorf Straße, Novartis, Bahnhof, Kirche, Zelgschule, Breitmattstraße und zurück

Verbindungen: werktags 6.45 Uhr zum Bahnhof Brennet; zurück zur Breitmattstraße 16.16, 16.46, 17.16, 17.46, 18.16 und 18.46 Uhr; Fahrtzeit: 17 Minuten; Umsteigezeit am Bahnhof: vier bis acht Minuten; Start: mit Fahrplanwechsel am 14. Dezember  

Autor: bas

Autor: Barbara Schmidt