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19. Juni 2017

Katastrophe zerstörte 50 Burgen

925 JAHRE GESCHICHTE VON WEHR (7): Walther von Klingen verließ Wehr und ging nach Basel.

  1. Wehr Foto: Ernst Brugger

Schon etwa zwei Jahre nach der Gründung 1256 war das Klostersanwesen im Wehratal soweit erstellt, dass der Elsässer Schwesterkonvent einziehen konnte. Das Wehrer Kloster Klingental befand sich auf dem Gelände des heutigen Schwimmbads am Ortsausgang von Wehr nach Todtmoos.

In einem Gütertausch erhielt das Kloster von der Pfarrkirche Wehr dort Kirchengut an der Wehra. Obwohl die neue klösterliche Einrichtung in Wehr zu reicher Blüte kam, wurde der Konvent mit Einverständnis des Stifters Walther von Klingen anno 1274 nach Kleinbasel verlegt. Der Name Klingental blieb aber nach der Umsiedlung erhalten und als Kloster in Basel bestehen.

Rückzug vom Hochrhein
Mit dem Wegzug des Klosters und der vollständigen Übernahme der Herrschaft Wehr und der Burg Werrach durch Rudolf von Habsburg, hat sich Walther von Klingen vom Hochrhein zurückgezogen. Nach Vergabe weiterer umfangreicher Güter verlegte er seinen Familienwohnsitz nach Basel. Oft hielt er sich auch in Straßburg auf. Bis 1284 zog er als Begleiter mit König Rudolf von Habsburg öfters durch dessen Hoheitsgebiete. Auf der Burg Werrach hielt sich Walther das letzte Mal vermutlich kurz vor seinem Ableben auf. Er verstarb noch 1284.

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Neben ihm wurde auch seine 1291 verstorbene Gemahlin Sophia im Basler Kloster Klingental bestattet. Drei Töchter fanden dort ebenfalls ihre letzte Ruhestätte.

Unerforschte Burg Werrach
Die Herrschaft Wehr mit den Dörfern des westlichen Hotzenwaldes erscheinen ab 1272 im Besitz der Habsburger. Während von deren Herrschaft vieles überliefert ist, bleibt die Burg Werrach auch kunst- und denkmalhistorisch im Verborgenen. Sie hat bis heute weder eine genaue wissenschaftliche noch archäologische Untersuchung erfahren. Ebenso wenig die Burg Steinegg.

Über deren eigentliche Baugeschichte sind ebenfalls so gut wie keine Quellen vorhanden – erst ab etwa 1300 tauchen urkundliche Überlieferungen auf. Da kam die Burg zunächst in den Besitz der Herren von Aesch bei Basel und dann an die Herren von Hachberg. Noch im 14. Jahrhundert ging sie in das Lehen des Basler Bischofs über.

Der Brand von Basel
In dessen Diensten standen damals auch die Herren von Bärenfels. Ihr Stammsitz war die Burg Bärenfels bei Angerstein im Birstal im Baselland. Diese ist beim schweren Erdbeben am 18. Oktober 1356 völlig zerstört worden. Die ganze Stadt Basel geriet durch die tektonische Erschütterung in Brand.

Was nicht in Trümmer gelegt wurde, vernichtete das Feuer. Überlieferungen zufolge haben die Brände über eine Woche lang gedauert, bis sie schließlich keine Nahrung mehr fanden. Etwa 50 Burgen im Umkreis wurden völlig zerstört oder wie die Burg Rötteln bei Lörrach teils schwer beschädigt. Die Burgen Steinegg und Werrach hingegen hatten die Naturkatastrophe heil überstanden.

Einfluss der Bärenfelser

Die Burgfeste Steinegg befand sich damals im Besitz der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg. Die Herren von Bärenfels bekamen sie zu Lehen.

Dass diese Übergabe mit dem Erbeben zusammenhing, wird zwar überliefert, ist aber kein stichhaltiger Nachweis. Für die Stadt Basel waren die Bärenfelser jedenfalls über viele Jahrhunderte hinweg einflussreiche Machtinhaber. Sie gaben der Stadt sechs Bürgermeister und gründeten zwei Messen. Für andere ritterliche Bärenfelser waren hingegen Hof- und Kriegsdienste, Forstwirtschaft und Jagd bevorzugte Beschäftigungen.

Autor: Ernst Brugger