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15. November 2017

Männergesangverein bald ohne Leiter

Peter Maszurimm zieht sich von seinem Posten als Vorsitzender zurück / Verein kämpft mit massivem Nachwuchsproblem.

  1. Die Kooperationsgemeinschaft zwischen den Sängerkameraden der Eintracht aus Öflingen und des Frohsinns Wallbach wird einen neuen Vorsitzenden suchen müssen. Foto: Hrvoje Miloslavic

  2. Peter Maszurimm Foto: Hrvoje Miloslavic

WEHR. Die große Zeit der Männergesangvereine ist vorbei. Vor eine Zerreißprobe gestellt sieht sich nun die Kooperationsgemeinschaft zwischen den Sängerkameraden der Eintracht aus Öflingen und des Frohsinns Wallbach. Im Gespräch mit der Badischen Zeitung kündigt der Doppelvorsitzende Peter Maszurimm an, bei der Hauptversammlung im Januar nicht mehr für den Vorsitz beim Wallbacher Männergesangverein kandidieren zu wollen.

Überalterung der Mitglieder, keinerlei Aussichten auf Nachwuchssänger, gesundheitliche Einschränkungen mit deutlichen Auswirkungen sowohl auf die gesanglichen Aktivitäten, wie auch vereinsorganisatorische Tätigkeiten – Peter Maszurimm macht sich keine Illusionen: "Ganz klar, die Zukunft sieht nicht rosig aus", so der 64-Jährige. Dass es bei anderen Vereinen in der Region nicht besser aussieht, bedeutet dabei keinen großen Trost. Als besonders deprimierend empfindet Maszurimm, dass den zahlreichen Bemühungen, neue Sänger für den Männergesang zu werben, keinerlei Erfolg beschieden war. Seit dem Jahre 2011 besteht zwischen der Eintracht Öflingen und dem Frohsinn Wallbach eine Kooperation unter dem Dirigat von Martin Setz. 2013 wurde Maszurimm zum Vorsitzenden der Eintracht Öflingen gewählt. Im Wissen um die gegenseitige personelle Abhängigkeit der beiden Männergesangvereine übernahm er aus pragmatischen Überlegungen heraus 2015 auch den Vorsitz des Frohsinns Wallbach.

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Mit der sehr erfolgreich absolvierten 150-Jahrfeier der Eintracht Öflingen 2016 sowie dem kürzlich in der Wallbacher Flößerhalle abgehaltenen Herbstkonzert zeigt sich Maszurimm zwar sehr zufrieden. Doch der enorme Arbeitsaufwand veranlasst den 64-Jährigen nun, künftig deutlich kürzer zu treten.

Besprechung mit aktiven Sängern
Seine neuen Planungen für das Jahr 2018 verbindet er dabei mit einer deutlichen Botschaft an seine Sängerkameraden aus Wallbach: Das Jahr 2017 werde wie geplant über die Bühne gebracht, kündigt Masszurimm an. Am kommenden Sonntag wird der Chor am Volkstrauertag in Öflingen teilnehmen. Am Dienstag, 5. Dezember, steht der traditionelle Besuch des Hauses der Diakonie auf dem Programm. Für Sonntag, 17. Dezember, ist die aktive Teilnahme am Gottesdienst in der evangelischen Friedenskirche in Wehr geplant. Ernst wird es am Donnerstag, 7. Dezember. Für diesen Tag hat der Vorsitzende eine Besprechung mit allen aktiven Sängern des Frohsinns angesetzt. Maszurimm wird bekannt geben, im Rahmen der vorgezogenen Hauptversammlung im Januar nicht mehr für den Vorsitz des Wallbacher Männergesangvereines kandidieren zu wollen. Mit diesem Schritt wolle er "Platz machen", um dem neuen Wallbacher Vorstand die Möglichkeit zu geben, "rechtzeitig in die Planungen für das 160. Jubiläum des Frohsinn im Juni einzusteigen".

Perspektiven für den Verein
Deutlich fällt dabei der Appell an die Adresse der Wallbacher Sängerkameraden aus, "klare Ziele zu definieren" und Planungen strukturiert anzugehen. "Der Verein braucht Perspektive", so Maszurimm. Die Versammlung soll außerdem dazu dienen, den Personalbestand einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Der Vorsitzende hält mit seiner Unzufriedenheit über die derzeitige Situation nicht hinterm Berg und kündigt erste Konsequenzen an: Auftrittstermine würden nur noch kurzfristig geplant und von der verlässlichen Anzahl an Sängern abhängig gemacht, so Maszurimm.

Von einem Ende des Männergesangs auf Raten will Maszurimm jedoch nichts wissen. Die Zukunft werde zwar davon abhängen, ob es gelingt, neue Sänger zu gewinnen, räumt er ein. "Ich will aber nicht aufgeben und probiere es weiter", stellt er klar. Gleichwohl werde auch viel davon abhängen, wie sehr ein im kommenden Jahr veränderter Männerchor Frohsinn bereit sein wird, "sich qualitativ und quantitativ einzubringen", so Peter Maszurimm.

Autor: Hrvoje Miloslavic