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05. November 2010

Nach langem Stillstand ging’s vor 60 Jahren wieder los

Luftsportgemeinschaft Hotzenwald wurde 1950 wiedergegründet, nachdem der Zweite Weltkrieg ihr ein jähes Ende bereitet hatte.

  1. Segelfliegen von Hütten aus – dank der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald, die vor 60 Jahren wiedergegründet wurde, ist das heute möglich. Foto: Archivfoto: Daniela Jarusel

HOTZENWALD/WEHR (hjb). Der diesjährige Herbst ist für die Luftsportgemeinschaft Hotzenwald (LGH) eine besonderer Zeit und von einiger geschichtlicher Bedeutung. Wurde doch im Herbst vor 60 Jahren die LGH wiedergegründet. Wie so vielen anderen Vereinen setzten der Zweite Weltkrieg und der Zusammenbruch des Dritten Reiches auch der damaligen "Segelfliegergemeinschaft", die 1929 gegründet wurde, ein abruptes Ende. Noch etliche Jahre danach bewegte sich nichts mehr, weder unter den verbliebenen Mitgliedern, noch auf dem Flugplatz in Hütten

Auch nach der Wiedergründung im Jahr 1950 konnte nicht gleich geflogen werden. Die alliierten Siegermächte, die die Kontrolle über den deutschen Luftraum ausübten, zeigten sich noch nicht bereit, das Verbot für den Luftsport aufzuheben und die Überwachung des deutschen Luftraumes den nationalen Stellen zu überlassen.

Es zeigten sich aber erste Hoffnungsschimmer. Noch während die Segelflugsportler der Südwestecke um Wiederanerkennung bemüht waren, gab es Gespräche zwischen der Luftsportvereinigung und den Besatzungsmächten um eine Freigabe aller ehemaligen deutschen Flugsportgelände, zu dem auch das Hotzenwälder Flugfeld in Hütten zählte. Noch mussten aber erst die Formalitäten für die Reaktivierung des Hotzenwälder Vereines erledigt werden.

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Die Militärregierung jedenfalls genehmigte seine Gründung. Zur Gründungsversammlung im Schopfheimer Pflugsaal fanden sich über 250 Interessenten aus den Kreisen Säckingen, Waldshut und Lörrach ein. Diese billigten die vorgelegte Satzung und bestimmten Wehr zum Vereinssitz. Sie wählten den Haagener Flugpionier Erwin Sahner, den Freunde wegen seiner Ähnlichkeit mit Mahatma Gandhi nur Gandhi riefen, zum ersten Vorsitzenden. Der Wehrer Fabrikant Hans Rupp wurde Rechner. Bürgermeister Eugen Schmidle, der Wehr und damit die jüngste Stadt in der Runde vertrat – Wehr war erst wenige Wochen zuvor zur Stadt erhoben worden – freute sich über die Ehre, den Vereinssitz bekommen zu haben, und versprach, alles zu tun, damit der Flugplatz in Hütten wieder seine frühere Geltung bekomme. Und lange mussten die begeisterten Freunde des Segelflugsportes auch nicht mehr warten. Ab 1951 konnte wieder auf dem Hotzenwald geflogen werden. Ausgeräumt waren damit die alliierten Zweifel, die Segelflieger könnten ihren Sport zur Vorbereitung eines Kriegsfliegers nehmen.

Autor: hjb