Nachbarschaftshilfe feiert erstes Jahr

Julia Becker

Von Julia Becker

Fr, 08. Dezember 2017

Wehr

Verein hat mehr als 1000 Einsatzstunden geleistet / Vor allem ältere Wehrer Bürger nutzen die Hilfe häufig.

WEHR. Seit einem Jahr gibt es organisierte Nachbarschaftshilfe in Wehr. 30 Helfer, 35 Klienten und mehr als 1 000 Einsatzstunden in diesem Jahr zeigen, dass die Unterstützung im Alltag gebraucht wird.

"Dass die Nachbarschaftshilfe so gut anläuft, das hätten wir wirklich nicht erwartet", freut sich Vorstandsmitglied und Initiatorin Hannelore Griener. Schon vor einigen Jahren hatte sie die Idee gehabt, und im Freundeskreis kräftig Werbung gemacht. 2016 wurde es dann konkret: "Wir haben andere Vereine besucht und uns Ideen geholt. So kam dann der Kontakt mit dem Landfrauenbund zustande", erinnert sich die engagierte Wehrerin.

Der katholische Landfrauenbund unterstützt überkonfessionell die organisierte Nachbarschaftshilfe, etwa mit Weiterbildungen für Vorstand und Helfer. Am 6. Dezember 2016 fand dann die offizielle Vereinsgründung statt. "Wir sind mit 34 Mitgliedern gestartet, und schon da gab es eine beeindruckende Aufbruchstimmung", erinnert sich der für die Finanzen des Vereins zuständige Dieter Hirsmüller. Schon vor dem offiziellen Startschuss konnte ein erster Kurs angeboten werden, Weiterbildungen und Helfertreffen gibt es seitdem regelmäßig. "Der Verein steht ausdrücklich jedem offen", betont die Vorsitzende Susanne Fricker. Schließlich gehe es nicht um Krankenpflege, sonder um Begleitung und Unterstützung im Alltag. Vor allem Senioren nutzen gerne die Möglichkeit, einen Helfer zum Einkaufen, für die Fahrt zum Arzt oder einfach einen gemütlichen Spielenachmittag über den Verein zu finden. "Bei manchen hat sich da schon eine Art Freundschaft entwickelt", freut sich Petra Lutz. Möglich ist aber auch, kurzfristig Unterstützung zu bekommen, etwa wenn das eigene Kind erkrankt ist und Einkäufe zu erledigen sind. Die Unterstützung wird mit einem geringen Betrag berechnet, bestimmte Leistungen lassen sich mittlerweile auch bei der Pflegekasse einreichen. Der soziale Gedanke stehe aber ausdrücklich im Vordergrund, so Dieter Hirsmüller. Darum könne selbstverständlich auch für einkommensschwache Familien eine Lösung gefunden werden.

Im Februar wird eine neue zweitägige Fortbildung zum Thema "Alltagsgestaltung mit demenziell erkrankten Menschen" angeboten. Der Kurs steht jedem offen, die Kurskosten werden von der AOK-Pflegekasse übernommen. Die Anmeldung ist bei Susanne Fricker unter Tel. 07762 27 23 oder s.fricker@elektro-fricker möglich.

Der gemeinnützige Verein Miteinander – Füreinander vermittelt praktische Alltagsunterstützung zu einem sozial verträglichen Beitrag. Weitere Informationen sind bei der Einsatzleiterin Silke März-Mathieu unter 07762 – 80 99 079, unter http://www.mitfuer-wehr.de sowie persönlich mittwochs von neun bis elf Uhr zu den Bürozeiten in der Höfstraße 6 erhältlich.