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10. Februar 2012

Ein Rezept gegen den Ärztemangel

Internist unterbreitet Wehrer Gemeinderat Vorschläge.

WEHR. Mietvergünstigungen, Arbeitsmöglichkeiten auch für den Ehepartner und größere Notdienstbezirke – mit solchen Anreizen kann die Stadt vielleicht neue Hausärzte an die Wehra locken. Das empfahl der Internist Dr. Günter Straub dem Gemeinderat. Wehr stehe kurz vor dem Kollaps der ärztlichen Grundversorgung im ambulanten Bereich, warnte der Facharzt.

Straub, der im Wehrer Ärztehaus praktiziert und für die Freien Wähler im Kreistag sitzt, berichtete auf Einladung der Verwaltung über den Ärztemangel. Genauer: den Mangel an Hausärzten. Bundesweit wird ihre Zahl in den kommenden fünf Jahren um zehn Prozent sinken, in Baden-Württemberg werden dann 500 Hausärzte fehlen. Noch schlimmer sieht es im Landkreis Waldshut aus, weil die Ärzte dort überproportional alt sind. Derzeit praktizieren 118. Gut die Hälfte wird bis 2017 altershalber aufhören.

In Wehr hat sich die Lage nach diversen Praxisaufgaben mangels Nachfolger, Wegzügen und vor allem dem Brand in der Villa Rupp im Dezember zugespitzt (die BZ berichtete). "Es fehlt nicht mehr viel, dann gehen die Lichter aus", sagte Straub. Um wieder Hausärzte nach Wehr zu locken, empfahl er – neben gesundheitspolitischen Änderungen – zusätzliche Anreize. Beispielsweise könnte die Stadt Staffelmieten anbieten: Am Anfang zahlt der Arzt gar keine Miete. Sobald er sich etabliert hat, wird die Miete dann schrittweise erhöht. Häufig wollten auch die Ehepartner nicht mit aufs Land, deshalb müsse ihnen eine Arbeitsstelle angeboten werden, so Straub.

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Um die Belastung für jeden einzelnen Arzt zu senken, müsse sich Wehr vielleicht mit einem anderen Notdienstbezirk zusammenschließen. Laut Straub leistet derzeit jeder Allgemeinarzt in Wehr an sechs Wochenenden im Jahr einen 48-Stunden-Bereitschaftsdienst. Das Krankenhaus in Bad Säckingen sei nicht zuständig für ambulante Notfälle aus Wehr. "Man sollte sich schon an den Wehrer Notdienst wenden", so Straub. Die Stadt arbeite daran, den akuten Ärztemangel in absehbarer Zeit zu beheben, sagte Bürgermeister Michael Thater. Angesichts der vielen Gründe für den Mangel müssten das Land und der Bund aber mit ins Boot. "Das können die Kommunen nicht alleine schaffen", so Thater.

Autor: Barbara Schmidt