Schon seit der Kindheit vom Mittelalter fasziniert

Hrvoje Miloslavic

Von Hrvoje Miloslavic

Mi, 29. Oktober 2014

Wehr

Der Fantasy-Autor Daniel Wolf stellte bei den Wehrer Literaturtagen seinen historischen Roman "Das Salz der Erde" vor.

WEHR. Eine sehr gute Resonanz hat die zweite Lesung im Rahmen der Wehrer Literaturtage 2014 gefunden. Die Zuhörerinnen und Zuhörer in der Mediathek konnten sich in Erwartung der Lesung aus dem historischen Roman "Das Salz der Erde" auf einen routinierten und bereits gut etablierten Autor freuen. Hat sich Daniel Wolf doch unter seinem bürgerlichen Namen Christoph Lode schon einen Namen als Verfasser von Fantasy-Romanen gemacht.

Die Handlung von "Das Salz der Erde" ist im Hochmittelalter angesiedelt. 1187 kehrt der Salzhändler Michel De Fleury nach einem dreijährigen Aufenthalt in Mailand in seine oberlothringische Heimatstadt Varennes zurück, wo er eine völlig veränderte Situation vorfindet: Sein Vater ist inzwischen verstorben und die verarmt wirkende Stadt wird vom korrupten Bischof Ullmann sowie dem machthungrigen Ritter Aristide De Guillory drangsaliert. Bald zieht sich Michel die Feindschaft der beiden mächtigen Männer zu, die auch vor Mord nicht zurückschrecken.

Keineswegs zu schrecken brauchen den interessierten Leser die 1143 Seiten des Romans. Seine originell und glaubhaft gezeichneten Charaktere sind eingebettet in spannende Handlungen und kurzweilig beschriebene Umgebungen, die durch Detailreichtum zu bestechen wissen. In der Lesung entstand der Eindruck eines in flüssiger und eleganter Sprache geschriebenen Werks, in dem Wolf eine gewählte Ausdrucksweise an den Tag legt, ohne durch geschwollene Formulierungen historische Authentizität suggerieren zu wollen.

Wolf hat sorgfältig recherchiert, wie er im Gespräch mit dem Publikum versicherte. "Seit meiner Kindheit bin ich von der Epoche des Mittelalters fasziniert", erläuterte der Autor die Grundidee zu seinem Buch. Der Konflikt zwischen aufstrebendem Bürgertum und dem Adel sowie der Kirche ist, wie die große Bedeutung der Religion, heutzutage kaum mehr vorstellbar. Ein sehr wichtiges Sujet hat allerdings bis heute Gültigkeit: Eine gewisse Isabelle berührt das Herz des Romanhelden Michele und spielt eine wichtige Rolle in Wolfs lesenswertem Roman.

Bereichert wurde die Lesung durch eine originelle musikalische Einlage: Der Spielmannszug "Skadefryd" gab – in passende Gewänder gekleidet – Weisen im mittelalterlichen Stil zum Besten.

Zum Abschluss der Literaturtage gastiert heute, Mittwoch, 20 Uhr, das Autorenpaar Iny und Elmar Lorentz mit "Die List der Wanderhure" in der Wehrer Mediathek.