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07. Mai 2011

Schrecken noch ohne Ende

Nach dem Brand in der Spinnerei in Hausen ist die Brennet AG um Schadensbegrenzung bemüht.

  1. Brand der Spinnerei der Brennet AG in Hausen Foto: Krug

WEHR. Die Folgen des verheerenden Brandes in der Spinnerei der Brennet AG in Hausen sind für die Weberei in Wehr noch nicht absehbar. Am Tag nach dem Unglück war die Führungsebene des Unternehmens unter anderem bemüht, so schnell wie möglich hochwertige Baumwolle aufzukaufen. Bei dem Brand gingen rund 1200 Tonnen davon in Flammen auf – der Produktionsvorrat für etwa ein Dreivierteljahr.

"Wir sind natürlich schockiert aufgrund der Ereignisse. Aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken", gibt Kurt Engelhardt, Vorstand der MBB Immobilien AG am Tag nach dem Unglück als Parole des Unternehmens aus. Erstes Ziel der Unternehmensführung war es gestern, so schnell wie möglich an Baumwolle zu kommen. Das anstehende Wochenende erleichterte die Suche nicht gerade, ließ Engelhardt durchblicken.

Baumwolle im Wert von rund vier Millionen Euro waren bei dem Brand in der Spinnerei in Flammen aufgegangen. "Das ist unser Vorrat für etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr", erklärt Engelhardt. Die Brennet AG habe üblicherweise das Lager mit dieser Menge gefüllt. "Wir halten das für sinnvoll und ist uns in der derzeitigen Hochpreisphase für Baumwolle auch entgegengekommen", sagt Engelhardt.

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Im vergangenen halben Jahr war der Baumwollpreis sprunghaft gestiegen, aktuell beruhigt sich die Entwicklung an den Märkten wieder etwas. Dem Unternehmen komme auch der schwache Dollar entgegen. Dennoch werde man wohl nirgends ab Lager den gesamten Bedarf kaufen können, schätzt Engelhardt. "Wir haben die Lieferanten alle angefragt."

Auf die Weberei in Wehr hat der Brand und damit die ausbleibende Produktion von Garn noch keine Auswirkungen. "Wir können aufgrund unserer Disposition unsere Aufträge noch ohne Probleme abarbeiten", aber schon für den Anfang der nächsten Woche hänge es davon ab, in welchem Umfang Baumwolle gekauft werden könne. "Ob wir die Produktion in Wehr kurzzeitig einstellen müssen, können wir aktuell noch nicht prognostizieren", weiß Engelhardt.

Auch die Schadenshöhe ist noch nicht bezifferbar. Zum Glück ist der Maschinenpark nicht abgebrannt, etwa ein Drittel der Photovoltaikanlagen ist hinüber. "Die Anlagen, die nicht vom Feuer zerstört wurden, haben wir abgeschaltet." Über allem liege eine Mischung aus Asche, Löschschaum und Ruß. Auch die Abriss- und Entsorgungskosten sowie die Kosten einer möglichen Betriebsunterbrechung sind zwei Tage nach dem Unglück in Hausen noch nicht abzuschätzen.

Indirekt betroffen ist auch Schreiner Harald Vesenmeier. Sein Betrieb grenzt an die Spinnerei an. "Außer einem kleinen Wasserschaden sind wir aber glimpflich davon gekommen", sagt der Vorsitzende der Stadtmusik. Gestern konnten er und seine Kollegen nicht arbeiten, der Strom war abgeschaltet. "Aber das sind im Vergleich wirklich Peanuts."

Autor: Michael Krug