Siegerin der Auszeichnung steht fest

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 16. Mai 2017

Wehr

Stargeigerin Anne-Sophie Mutter überreicht den Lothar-Späth-Förderpreis am 8. Juli einer Künstlerin aus Tübingen.

WEHR. Das Geheimnis ist gelüftet: Siegerin des Lothar-Späth-Förderpreises 2017 für Künstler mit geistiger Behinderung ist Yasmin Calabietti von der Lebenshilfe Tübingen. Sie erhält für ihr Bild "Selbst-Antwort an Martin" den mit 500 Euro dotierten ersten Preis. Der zweite Preis in Höhe von 300 Euro geht an Frank Lohmann vom St. Josefshaus in Hausen/Rheinland-Pfalz für sein Bild "Rosenbeet". Der dritte Preis (200 Euro) wird Juliane Amann von der Malwerkstatt Zieglersche in Wilhelmsdorf für ihr Bild "Vorm Fenster" zuerkannt. Dies wurde am Montag in der Gemeinschaftsschule Wehr bekannt gegeben.

Verliehen werden die drei Hauptpreise, zehn Anerkennungspreise und zwei Sonderpreise am 8. Juli in der Stadthalle von Ehrenbürgerin Anne-Sophie Mutter. Die Nachricht, dass die weltberühmte Geigerin die Preise überreichen wird, hat zu einem Boom bei den Bewerbungen geführt. So wurden 280 Bilder aus 40 Einrichtungen in Deutschland und der Schweiz eingereicht, deutlich mehr als im Vorjahr. "Die Künstler sind hocherfreut, dass sie ihre Preise aus den Händen der weltbekannten Geigerin entgegennehmen können. Für die Künstler ist es eine tolle Anerkennung. Die Freude ist groß", sagte Kulturamtsleiter Reinhard Valenta.

Bürgermeister Michael Thater, auch Stiftungsratsvorsitzender der Lothar-Späth-Preisstiftung, erinnerte an den im März 2016 verstorbenen ehemaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth, der über Anne-Sophie Mutter eng mit der Stadt verbunden war. Späth sei es immer wichtig gewesen, die Preise persönlich zu überreichen. Nach Späths Tod ist es der Stiftung ein Anliegen, dass "Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in seinem Geiste den Preis weiter verleihen", so Thater. Anne-Sophie Mutter habe spontan zugesagt, in diesem Jahr diese Aufgabe zu übernehmen. Die sozial engagierte Stargeigerin wird bei der Feier am 8. Juli, 17 Uhr, eine Ansprache halten und "sie wird nicht ohne Instrument zu uns kommen", verriet Thater.

Also dürfen sich Preisträger und Besucher auch auf Mutters einzigartiges Violinspiel freuen. Außerdem wird das Orchester "Himmelblau" des Öflinger Hauses der Diakonie mit meditativen Klängen die Gäste erfreuen.

Als interne Veranstaltung für die Preisträger und ihre Begleitpersonen ist die Vernissage der Preisträger-Ausstellung um 15 Uhr im Alten Schloss vorgesehen. Bei diesem Anlass spielt das schulische Bläserensemble "Walters wilder Haufen".

Die zehn Anerkennungspreise gehen an Pascal Pach und Ronald Saladin vom Bürgerspital Basel, Torsten Holzapfel von Thikwa Berlin, Maximilian Weiger vom Atelier 33 Wilhelmsdorf, Kurt Sennebogen von Kunst inklusiv Regensburg, Sibylle Moll von Atrio Leonberg, Titus Dreher von der Lebenshilfe Pforzheim, Josef Wicker von der Bruderhaus-Diakonie Buttenhausen, Samuel Hopf vom Pater-Rupert-Mayer-Zentrum Regensburg und Andreas Beisert von der Wichern Diakonie Frankfurt. Der Preis des Zonta-Clubs geht an Franziska Fiedler (Wilhelmsdorf), der Preis des Hauses der Diakonie Öflingen an Sarah Loriaux. Eine Fachjury um die langjährige Jurorin Lilot Hegi wählte die Preisträger aus.

Eng eingebunden in die Organisation der Jurysitzung, der Vernissage und der Preisverleihung ist die Schülerfirma Emo der Gemeinschaftsschule Wehr. Schulleiter Andreas Bosch, der betreuende Lehrer Benjamin Schiele sowie die Achtklässler Chantal Krieseleit und Julian Nehls berichteten, welche wertvollen Erfahrungen Schüler der achten Klassen bei der organisatorischen Gestaltung, der Programmplanung und Umsetzung des Späth-Preises sammeln. "Die Arbeit der Schüler ist Spitze", würdigte Ulrich Delhey, Vorsitzender der Hanna-und-Paul Gräb-Stiftung, dieses Engagement.