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09. Februar 2012

Viel Lob für die Planer

Wehrer Gemeinderat unterstützt die A 98-Konsens-Trasse und fordert eine zügige Umsetzung.

WEHR. Mit großer Mehrheit hat der Wehrer Gemeinderat die Konsens-Trasse für die Autobahnabschnitte 98.5 und 98.6 zustimmend zur Kenntnis genommen und das Regierungspräsidium aufgefordert, unverzüglich in die Feinplanung einzusteigen. 17 Stadträte stimmten dafür, drei dagegen. Wichtig war den Befürwortern, dass die Konsens-Trasse nur als Gesamtpaket für beide Bauabschnitte zu haben ist.

Bürgermeister Michael Thater kündigte eine Bürgerversammlung zur Autobahnplanung an, möglicherweise gemeinsam mit Bad Säckingen. Er sei mit seinem Kollegen Alexander Guhl im Gespräch, sagte Thater vor drei Dutzend Bürgern, die an der Ratssitzung am Dienstag teilnahmen. Johannes Brandsch vom Lörracher Planungsbüro Rapp Regioplan stellte die neue Trasse vor. Sie ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie, die Wehr gemeinsam mit dem Regionalverband, dem Landkreis, Bad Säckingen und der Schluchseewerk AG in Auftrag gegeben hatte.

Vom Berg ins Tal: Die Brücke über den Wolfsgraben bei Schwörstadt soll so hoch werden wie bei der modifizierten Bergvariante. Danach jedoch führt die neue Trasse mit vier Prozent Gefälle ins Tal zur Bundesstraße 34. Auf Wehrer Gemarkung könnten nicht alle Hindernisse umfahren werden, sonst wäre es laut Brandsch "eine Nicht-Autobahn". Die Schlangenlinien widersprächen den Richtwerten für Autobahnen. Die Lösung: die Bahnlinie in Brennet muss auf etwa einem Kilometer um 50 Meter nach Süden verlegt werden. Dann erfüllt die Trasse die höchste Kategorie der Autobahn-Kriterien.

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Besonderheiten in Wehr: Viel früher als die anderen Taltrassen schwenkt sie in Brennet nach Norden und unterquert das Wohngebiet Weckertsmatt in einem Tunnel. Dafür werde "die Lücke zwischen den beiden Verdichtungsgebieten in Öflingen" genutzt, so Brandsch. Abgerissen werden müssen allerdings die Gärtnerei Maier, ein Spielsalon, eine Apotheke und ein weiteres Haus in Brennet. Der Tunnel führt mit drei Prozent Steigung nach oben und löst laut Brandsch das Problem mit der Trinkwasserversorgung: Der Tunnel liegt oberhalb der Grundwasserlinie.

Brandsch betonte weitere Vorteile: Wehrs Entwicklungsgebiet Whyler werde nicht beeinträchtigt, ebenso wenig das Flora-Fauna-Habitat Dinkelberg. Zwar berühre die Trasse das Naturschutzgebiet Wehramündung, aber nur am Rand. Eine 600 Meter lange Talbrücke über Öflingen brauche es nicht. Selbst die Eingriffe in Brennet "sind nicht nur negativ", sondern eröffneten die Chance für eine Neuordnung. Brandsch empfahl der Stadt, einen Städtebauexperten hinzuzuziehen.

Anschlussstelle im Wehratal: Um das geplante Haselbecken führt die Trasse in einem Rechtsbogen – als 3,2 Kilometer langer Tunnel mit rund zwei Prozent Steigung. Danach verläuft sie weitgehend parallel zur Röthekopfvariante. Viel Lob fand die Idee, die Autobahnanschlussstelle Wallbach ins Wehratal zu verlegen, an die Schnittstelle von B 34 und B 518. Ein provisorischer Ausbau der Anschlussstelle Wallbach sowie unnötige Umwege für den Verkehr aus Schwörstadt und Schopfheim entfielen, so Brandsch.

Nur im Paket: Das positive Votum des Gemeinderats gebe ihnen "politischen Rückenwind für die Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium, dass die Kosten offen gelegt werden", sagte Karl-Heinz Hoffmann-Bohner, Direktor des Regionalverbands Hochrhein-Bodensee. Am billigsten wäre es, die Konsens-Trasse im Abschnitt 6 mit der Bergseevariante zu kombinieren, sagte Thater, "aber die Konsens-Trasse gibt’s nur im Paket". Der Bund solle für eine zügige Umsetzung der A 98 im gesamten Abschnitt von Karsau bis Murg sorgen, so der Ratsbeschluss.

Autor: Barbara Schmidt