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15. März 2010

"Warum noch mal bei uns?"

Schwarzwaldverein wehrt sich gegen Pläne für Atdorf / John: Besser in Alpenregionen.

  1. Die diesjährigen Jubilare des Schwarzwaldverein Wehr Foto: Marcus Seuser

WEHR. Das geplante Pumpspeicherkraftwerk Atdorf lässt die Menschen in der Umgebung nicht zur Ruhe kommen und führte an der Hauptversammlung des Schwarzwaldvereins Wehr zu heftigen Meinungsäußerungen. Losgetreten wurde die Diskussion von Naturschutzwart Klaus John, der in seinem Bericht viel Kritik an den Plänen des Schluchseewerks übte. "Warum noch mal bei uns?", fragte er. "Wir haben schon genug Fläche geopfert."

Als alternative Standorte nannte er einige Alpenregionen, die nach seiner Auffassung vom Gefälle ebenso optimal wären und weniger Vegation besäßen. Die Möglichkeiten der dezentralen Energiespeicherung durch Druckluftspeicher, so John, seien von Anfang an komplett negiert worden. Auch vom Landratsamt erhofft John sich keinen großen Beistand. Rudolf Kramer, ehemaliger Förster, zeigte Bedauern über den schon begonnenen "Ausverkauf von Grundstücken durch die Stadt" und rief den Hauptverein dazu auf, seine Untergruppen in Naturfragen mehr zu unterstützen. Man könne bei einem so großen Bauprojekt mit den damit verbundenen Umweltschäden die Bevölkerung nicht einfach vor den Kopf stoßen.

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Altbürgermeister Klaus Denzinger beklagte im Anschluss die vermeintliche Tatsache, dass hauptsächlich Atomstrom, und nicht wie von den Schluchseewerken propagiert, Strom aus erneuerbaren Energien im PSK Atdorf gespeichert werden solle. Dem stellte sich Bürgermeister Michael Thater entgegen. Er mahnte, die Diskussion "nicht nur emotional, sondern auch sachlich zu führen". Er stellte die Notwendigkeit des PSK nicht in Frage, sehr wohl jedoch den Standort, und bestärkte die Vereinsmitglieder darin, dass noch nichts entschieden sei: " Wenn wir vier Städte dagegen sind, da bin ich mir sicher, dann wird es nicht kommen."

Mehrere Vorstandsmitglieder treten nächstes Jahr nicht mehr an

Trotz der kritischen Debatte konnten auch positive Ereignisse aus dem Vereinsjahr 2009 berichtet werden. So erwähnte Wanderwart Hans-Peter Hörner die im Mai stattgefundene Wanderwoche auf der Insel Elba, auf der schon Napoleon die "reiche und farbenprächtige Flora" bestaunen konnte. Wegewart Heinz Witzig bedankte sich für den hohen Einsatzwillen der Freiwilligen bei der Beschilderung vieler Wanderwege. Für 2010 stehe jetzt die Reparatur vieler Bänke am Wegesrand auf dem Plan.

"2010 muss aber auch ein Vorbereitungsjahr sein" , sagte der Vorsitzende Wolfgang Klempau, "denn fast der komplette Vorstand – sechs Personen – steht nächstes Jahr nicht mehr zur Wiederwahl." Klempau hofft, dass sich vielleicht auch neue Verantwortliche aus der Familiengruppe um Manuela Ramsteiner finden würden, die ein vakantes Amt besetzten könnten.

Mehrere Mitglieder wurden für ihre Treue zum Schwarzwaldverein geehrt: Ewald Gutmann, Johanna Frey und Hermann Kramer für 50 Jahre, Ingeborg Hirsch für 40 sowie Ingeborg Ohlsen, Elke Ritter, Harri Ohlsen, Gerhard Ritter und Roland Haas für jeweils 25 Jahre.

Die Ortsgruppe Wehr des Schwarzwaldverein existiert seit 1896 und hat zur Zeit 671 Mitglieder. Damit gehört sie zu den mitgliederreichsten Vereinen in Wehr. 2009 haben insgesamt über 1000 Teilnehmer an den Wanderungen 850 km in 267 Stunden zurück gelegt. Ansprechpartner ist der Erste Vorsitzende Wolfgang Klempau, erreichbar unter der Telefonnummer 07762/809170
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Autor: Marcus Seuser