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02. Januar 2012

"Weihrauchfass ist begehrtes Objekt"

BZ-INTERVIEW mit Lucia Woldert, die in Öflingen die Sternsinger-Aktion organisiert.

  1. Am Sonntag sind, wie hier in Öflingen, die Sternsinger ausgesandt worden. Foto: Alfons Ebner

  2. Lucia Woldert Foto: Privat

WEHR. Am Neujahrstag sind in Wehr und Öflingen die Sternsinger in den Kirchen gesegnet und feierlich ausgesandt worden. Bis Dreikönig ziehen sie von Haus zu Haus, bringen den Menschen Segen und bitten um Spenden für notleidende Kinder. Damit kein Haus vergessen wird, alle Kinder passende Kostüme haben und keine Gruppe ohne erwachsene Begleiter läuft, war eine gründliche Vorbereitung nötig. BZ-Mitarbeiter Hans Loritz hat dazu die Öflinger Sternsinger-Verantwortliche, Lucia Woldert, befragt.

BZ: Frau Woldert, Sie leiten die Sternsingeraktion in Öflingen nunmehr im vierten Jahr. Wie sind Sie dazu gekommen?

Lucia Woldert: Ich bin da sozusagen hineingeboren worden. Mit zehn Jahren war ich das erste Mal Sternsinger und bin es geblieben, bis ich zu alt war. Danach machte ich als Begleiterin weiter. Als dann vor drei Jahren eine neue Leitung gesucht wurde, hat mich die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Daniela Klausmann überzeugt, dass ich das machen kann und muss. Auch meine Eltern haben sich immer dabei engagiert.

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BZ: Was gehört alles zur Organisation?

Woldert: Zunächst muss ich das Personal suchen. Das sind 32 Kinder für die vier Sternsinger-Gruppen, ein bis zwei Begleiter für jede Gruppe, vier Helfer im Hintergrund und sieben Verpflegungsstationen, die meist von zwei Personen ausgerichtet werden. Alles in allem zirka 50 Personen.

BZ: Ist es nicht schwierig, so viele Helfer zu finden, zumal ja gerade Weihnachtsferien sind?

Woldert: Sicher ist es nicht einfach, denn immerhin opfern ja alle Freizeit und müssen sich bei jedem Wetter, ob Schnee, Eis oder Regen, auf den Weg machen. Das ist kein Sonntagsspaziergang. Ich habe da eine feste Reihenfolge: Wer bisher schon dabei war, wird angeschrieben. Manche Kinder sind im ersten Jahr so begeistert, dass sie sich schon für das nächste Jahr darauf einrichten. Über den Religionsunterricht werden weitere Kinder angesprochen. Die Kinder werben aber auch selbst Klassenkameraden.

BZ: Und wie finden Sie genügend Begleiterinnen und Begleiter?

Woldert: Da finde ich regelmäßig Nachwuchs aus ehemaligen Sternsingern. Gerade in diesem Jahr kann ich auf eine Mädchengruppe zurückgreifen, die über viele Jahre als Sternsinger dabei war. Und die Verpflegungsstationen sind fast immer die gleichen. Familien, die das einmal begonnen haben, gefällt das meist so gut, dass sie dabei bleiben. Wenn dann noch jemand fehlt, greife ich auf eine Liste mit einer eisernen Reserve zurück. Am Ende hat es immer gepasst.

BZ: Wie bereiten Sie die Kinder vor?

Woldert: Da habe ich einen genauen Ablaufplan: Beim ersten Treffen lernen sie sich kennen und üben das Sternsingerlied und die Sprechtexte. Beim zweiten Treffen werden die Kleider anprobiert. Zum Glück sind wir da ganz gut ausgestattet. Trotzdem muss jedes Jahr ergänzt, repariert und geändert werden. Auch da haben wir freiwillige Helferinnen. Gerade die Kleiderprobe macht den Kindern viel Spaß. Beim dritten Treffen werden dann die Gruppen eingeteilt. Hier achte ich darauf, dass sich jede Gruppe aus erfahrenen und neuen Sternsingern zusammensetzt. Auch die Begleiter werden eingeteilt. Im Anschluss wird ein Film über die Projekte gezeigt, die mit den Spenden gefördert werden. Die Kinder sollen sehen, für was sie ihren Einsatz bringen.



BZ: Wie laufen die Sammeltage ab?

Woldert: Die Sternsinger sind vom 2. bis zum 4. Januar ab 16 Uhr unterwegs. Sie treffen sich eine Stunde früher im Pfarrheim und ziehen sich um. Manche Kinder wollen immer die gleiche Rolle, andere wechseln auch. Zum Beispiel ist das Weihrauchfass für Buben ein begehrtes Objekt. Die Gruppen besuchen alle Häuser und Wohnungen in den eingeteilten Straßen und erleben vom freudigen "Erwartet werden" bis zum "Verstecken hinter dem Vorhang" alles.

BZ: Wirklich?

Woldert: Ja, aber meist freuen sich die Menschen – ganz besonders die älteren – und spenden etwas. Manche geben den Sternsingern noch zusätzlich Süßigkeiten. Unterwegs wird eine Rast in einer Verpflegungsstation eingelegt. Am Abend treffen sich wieder alle im Pfarrheim. Nachdem sich die Kinder umgezogen haben, beginnt das Zählen der Tagesspenden. Danach werden die Süßigkeiten unter allen gerecht verteilt. Der Abschluss findet im Dreikönigsgottesdienst – in Öflingen am 5. Januar – statt. Danach werden die Kinder ins Pfarrheim zu einem Abendessen eingeladen.

BZ: Was wünschen Sie sich für die diesjährige Sternsingeraktion?

Woldert: Zunächst wünsche ich mir, dass alle Kinder wohlbehalten zurückkehren. Den Kindern wünsche ich eine gute Aufnahme in den Häusern und natürlich wieder ein tolles Sammelergebnis.

Autor: halo