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12. September 2009

Zai Jian Wehr, Ni Hao China

Am Sonntag fliegt der Wehrer Jakob Knauf für ein halbes Jahr nach China

  1. China Schrift Ni Hao Jakob Knauf Foto: Sarah Nagel

  2. Jakob Knauf, FSJ CHina Foto: Sarah Nagel

WEHR. Wenn Jakob Knauf "Ni Hao" sagt, hört es sich schon ziemlich Chinesisch an. Kein Wunder, er hat schon vor dreieinhalb Jahren angefangen, Mandarin – eine Art Hoch-Chinesisch – zu lernen. Daher weiß er auch, dass es zwar wie "Hallo" oder "Guten Tag" gebraucht wird, aber eigentlich "Du gut" heißt. Das ist aber nicht alles, was er für seinen China-Aufenthalt gelernt hat. In den nächsten sechs Monaten wird der 19-Jährige für die Wehrer ab und zu darüber aus Hangzhou in der BZ berichten.

In einer Woche feiert Jakob Knauf seinen 20. Geburtstag schon in China. An diesem Sonntag verabschiedet er sich vielleicht mit einem "Zai Jian" (Auf Wiedersehen) bei seinen Eltern und den zwei älteren Brüdern. Nach elf Stunden Flug kommt er dann in Shanghai an, wo er sich im einwöchigen Seminar von der Organisation "Kulturweit" noch einmal auf seine Zeit in Hangzhou, einer Sechsmillionen-Stadt, vorbereitet.

Ein Freiwilliges Soziales Jahr – das nur sechs Monate dauert – will er dort machen: in der Hangzhou Foreign Language School. Seit einem halben Jahr freut er sich auf den Aufenthalt, er wollte das unbedingt machen nach dem Abi am Bad Säckinger Scheffelgymnasium. Jetzt soll er die Chinesischen Lehrer beim Deutschunterricht unterstützen.

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Der Einsatz an einer solchen Schule passt zu Jakob Knauf, der mit dem Vokabellernen für Latein und Englisch vor dreieinhalb Jahren nicht genug zu tun hatte und mit einer Bekannten anfing, in Schopfheim an der Volkshochschule Chinesisch-Kurse zu besuchen. Das Sprechen klappt anscheinend ganz gut: "Ich werde mich wohl grob verständigen können", sagt er und lacht. Beim Schreiben ist das schon schwieriger. Etwa 5000 Zeichen braucht man, um eine Zeitung einigermaßen lesen zu können – Jakob Knauf kann gerade mal die, die in "Ni Hao" vorkommen. Chinesisch ist wahnsinnig kompliziert für einen Europäer. Jakob Knauf findet sich auch nicht besonders sprachbegabt oder die Sprache unglaublich schön: "Es ist einfach eine sehr interessante Sprache", findet er. Außerdem hofft er, dass es ihm später einmal etwas nützt. Schließlich hat vor ein paar Jahren alle Welt gesagt, Chinesisch sei sozusagen das neue Englisch.

Dabei will Jakob Knauf Maschinenbau studieren. Wie genau Chinesisch da eine Rolle spielen könnte, weiß er auch noch nicht. Trotzdem freut er sich schon riesig auf die neue Erfahrung, vor allem auf die guten Frühlingsrollen – chinesisches Essen, aber echtes, ist Jakobs große Leidenschaft. Ein Urteil über Politik und Gesellschaft will er sich im Vorhinein allerdings noch nicht bilden.

Autor: Sarah Nagel