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19. Dezember 2011

Zeit für Kunden und Gespräche

Wehrer Einkaufsnacht kommt schleppend in Gang.

  1. Beim nächtlichen Einkaufsbummel freuten sich viele über was Warmes im Bauch – wie die heißen Würstchen der Lus-Chaibe. Foto: Hrvoje Miloslavic

WEHR. Nur mäßiger Erfolg war der von der Wehrer Servicegemeinschaft organisierten Weihnachtseinkaufsnacht am Freitag beschieden. Das Orkantief "Joachim" forderte seinen stürmischen Tribut. Von Enttäuschung beim Wehrer Einzelhandel jedoch keine Spur: Für die 33 Geschäfte, die mitmachten, ging es um mehr als nur Umsatz.

Mit einer weihnachtlich dekorierten Hauptstraße und den Verpflegungsständen der Maroni-Zunft, Storchestäghüüler und Lus-Chaibe schien man für die lange Einkaufsnacht bestens gerüstet zu sein. Richtige Weihnachtsstimmung wollte angesichts des herbstlich anmutenden Sturmwetters zunächst jedoch kaum aufkommen. Prominentestes Opfer war die beliebte "lebendige Krippe", deren Auftritt im Interesse der Sicherheit verschoben wurde: auf den morgigen Dienstag um 19 Uhr. "Sicherheit geht eindeutig vor", begründete Stephan Ruthe von der Servicegemeinschaft die Entscheidung. Sie hätten sogar kurz darüber nachgedacht, die Einkaufsnacht ganz abzusagen, so Ruthe weiter. Den Gedanke hätten sie aber schnell wieder verworfen: "Wir haben es den Kunden versprochen – wir haben geöffnet und ziehen es durch", so seine Kampfansage an "Joachim".

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Nicht beirren ließ sich auch die Abordnung der Posaunenchöre Wiesental und Rötteln-Tumringen: Sie eröffneten um 18 Uhr das Rahmenprogramm der Einkaufsnacht. Keine zwei Stunden später begann sich die Stimmung auf der Hauptstraße deutlich zu verbessern, was sicherlich nicht allein den Glühweinständen zu verdanken war. Der Gospelchor unter Leitung von Frank Döbele hatte mit seinem Auftritt maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Wehrer Einkaufsmeile doch mit Leben zu füllen begann. Zufrieden mit der Einkaufsnacht zeigte man sich bei der Buchhandlung Volk: "Wir waren keine fünf Minuten alleine", berichtete Gabriele Folk (geborene Volk). Enttäuscht äußerte sich ihre Mutter Marianne Volk jedoch über die nicht flächendeckende Teilnahme des Wehrer Einzelhandels: "Schade, dass nicht alle Kollegen mitmachen".

Den geringen Umsatz an diesem Abend nahmen die Geschäftsinhaber gelassen. Der Juwelier Dieter Waltz etwa begreift die Einkaufsnacht auch als eine Gelegenheit, die Hauptstraße als einen "gemeinsamen Raum" zu sehen. Dies trüge entscheidend zur "Lebensqualität einer Stadt bei", sagte Waltz.

Wilhelm Bermeitinger vom gleichnamigen Farbenhaus wies auf den besonderen Kundenkontakt hin, der an einem solchen Abend möglich sei. Man komme mit den Kunden besser ins Gespräch. Trotz des mäßigen Andrangs ist das Vorstandsmitglied der Servicegemeinschaft vom Konzept der Einkaufsnacht überzeugt: "Wehr geht den richtigen Weg", betonte Bermeitinger.

Autor: Hrvoje Miloslavic