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16. März 2010 12:28 Uhr

Jahresbericht

Wehrbeauftragter: Bundeswehr muss modernisiert werden

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, hat Mängel und Defizite bei der Bundeswehr angeprangert und eine umfassende Modernisierung angemahnt.

  1. Robbe: Der Bundeswehr fehlen 600 Militaerärzte Foto: ddp

In den deutschen Streitkräften gebe es eine unübersichtliche Führungsstruktur, zu viel Bürokratie, Reibungsverluste sowie eine veraltete Planung für den Einsatz von Material und Personal, sagte Robbe in Berlin bei der Vorstellung seines Jahresberichts 2009. In vielen Bereichen sei die Bundeswehr noch nicht in der Einsatzrealität angekommen. Eine Modernisierung der Streitkräfte sei unverzichtbar.

Laut Robbe gab es Klagen über zu wenig geschützte Fahrzeuge, Beschwerden über sexuelle Belästigungen und frauenfeindliche Einstellungen und immer mehr Bundeswehr-Soldaten leiden wegen des Afghanistan-Einsatzes unter schweren psychischen Belastungen. Allein im vergangenen Jahr wurden 466 Soldaten wegen posttraumatischer Belastungsstörungen behandelt, so Robbe.

Klares Versagen der Sanitätsführung

Im Sanitätsdienst der Bundeswehr habe sich die Situation zudem von Jahr zu Jahr verschlechtert, so Robbe. Er warf der Sanitätsführung, insbesondere dem verantwortlichen Inspekteur, ein klares Versagen vor. "Es gibt nicht wenige Experten in der Bundeswehr die davon sprechen, dass dieser Inspekteur die Sanität regelrecht vor die Wand gefahren habe", sagte Robbe.

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In seinen Jahresbericht flossen rund 5700 Eingaben von Soldaten ein und die Erkenntnisse, die Robbe selbst bei Truppenbesuchen gewann. Robbe betonte, die Soldaten leisteten trotz der Probleme einen großartigen Job. Sie kompensierten die Mängel mit einem "unglaubliches Improvisationstalent" und mit kameradschaftlicher Unterstützung.

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Autor: dpa