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10. Februar 2012
"Brauchen erst B-3-Ersatz"
Überlegungen zur Umgestaltung Haltingens lassen die Verkehrsfragen bewusst außen vor.
WEIL AM RHEIN-HALTINGEN. Für verfrüht hält Haltingens Ortsvorsteher eine Diskussion über die Verkehrssituation in Haltingen und speziell über die Weiterführung der Nordwestumfahrung über das bereits planfestgestellte Stück bis zur Heldelinger Straße hinaus. Neue Straßenprojekte werde die Landesregierung derzeit nicht zulassen und ohne einen Ersatz für die B 3, der die Voraussetzungen schafft, um die Freiburger Straße in der Ortsdurchfahrt herabzustufen, würden alle Überlegungen ins Leere laufen.
So habe der Ortschaftsrat denn auch die Verkehrsfragen, so weit sie die Bundesstraße betreffen, bei den aktuellen Überlegungen zur Innenentwicklung ganz bewusst ausgeklammert, erklärt Michael Gleßner das bisherige Vorgehen. "Wir versuchen, Baulücken zu erfassen, nachzuverdichten und Freiräume zu gestalten, um damit den Ortsteil auch für das Gewerbe attraktiv zu halten, an der B 3 können wir vorerst aber nichts ändern. Deren Funktion schränkt uns ein – trotz aller Wünsche, den Verkehr aus Haltingen heraushalten zu wollen", schildert er die schwierige Ausgangslage.Werbung
Für Gleßner steht denn auch fest, dass weiterführende Überlegungen zu einer Verkehrsberuhigung in dem Stadtteil unmittelbar daran gekoppelt sein müssen, dass die Freiburger Straße als Bundesstraße entwidmet wird. "Vorher scheitern wir selbst mit so einfachen Vorhaben wie dem Wunsch nach zusätzlichen Fußgängerüberwegen, geschweige denn nach Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt oder gar einem Lkw-Verbot, wie es schon mehrfach diskutiert wurde", gibt er nach den teils enttäuschenden Erfahrungen der vergangenen Jahre zu bedenken.
Langfristig bedeute das, dass man an einer gesamthaften Umfahrung von Haltingen nicht vorbei komme, hält Gleßner den Überlegungen von Bürgermeister Eberhardt entgegen, der zuletzt eine Diskussion darüber angestoßen hatte, ob die Weiterführung der Nordwestumfahrung über die Heldelinger Straße hinaus nach Weil aus gesamtstädtischer Sicht noch Sinn mache. Der Entlastung in Haltingen, die auf eine Größenordnung von 2000 bis 3000 Fahrzeuge am Tag beziffert wird, so Eberhardt, würde eine eher unerwünschte Verlagerung von Autoverkehr von der Autobahn in die Stadt hinein gegenüberstehen. Mit hochgerechnet 15 000 Fahrzeugen am Tag, davon über 4000 von der Autobahn, würde die Verbindung von Haltingen in Richtung Weil zu einem "Moloch", warnt Eberhardt.
Aus Haltinger Sicht, so Gleßner, könne das aber kein Argument gegen die Straße sein, da erst mit ihr die Herabstufung der Freiburger Straße ermöglicht würde. Gleßner ist sich zudem sicher, dass unter solchen Voraussetzungen die Ortsdurchfahrt auch baulich so umgestaltet werden könne, dass die Zahl der Autofahrer, die die Umfahrung nutzten, gegenüber dem bisherigen Rechenexempel deutlich gesteigert würde. "Wenn die Autofahrer erst einmal erlebt haben, dass sie durch Haltingen nicht mehr so gut hindurch kommen, suchen sie sich rasch neue Wege", so seine Prognose, auf deren Einlösung er allerdings – unter der aktuellen Landesregierung – lange warten muss.
Autor: Ulrich Senf
