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16. September 2011 12:52 Uhr
17 Schüler und Lehrer in Behandlung
Brom-Unfall am Kant-Gymnasium
Zu einem Großeinsatz am Kant-Gymnasium sind um 12.35 Uhr mehrere Polizeistreifen, Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Rettungswagen des DRK ausgerückt. Im Oberstufenraum der Schule war Brom verschüttet worden. 17 Personen mussten behandelt werden.
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Am Kant-Gymnasium hat es einen Unfall mit dem giftigen Element Brom gegeben. Foto: senf
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Speziell ausgebildete Wehrmänner versuchen, das verschüttete Brom in der Schule zu binden. Foto: senf
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Der Unfall löste einen Großeinsatz von Rettungskräften, Feuerwehr und Polizei aus. Foto: senf
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Am Kant-Gymnasium hat es einen Unfall mit dem giftigen Element Brom gegeben. Foto: senf
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Am Kant-Gymnasium hat es einen Unfall mit dem giftigen Element Brom gegeben. Foto: senf
Ein versehentlich umgekipptes Fläschchen mit der hochgiftigen und ätzenden Chemikalie Brom führte am Freitag kurz nach 12 Uhr Mittag im Kant-Gymnasium fast zu einer Katastrophe. 56 Schüler und Lehrer mussten auf mögliche Vergiftungen hin kontrolliert und 17 von ihnen später auch zur Beobachtung ins Krankenhaus oder zu Fachärzten überwiesen werden. 90 Rettungskräfte waren mehrere Stunden beschäftigt, die rund 100 Milliliter Brom, die ausgelaufen waren, zu binden und damit die Gefahr zu bannen. Gegen 15 Uhr gaben Feuerwehr und Polizei weitgehend Entwarnung.
Oberstufenschüler hatten, so der Stand der Ermittlung, das Fläschchen mit der giftigen Substanz mit in den Oberstufen-Aufenthaltsraum im Erdgeschoss der Schule gebracht. Durch eine Unachtsamkeit fiel das Fläschchen um und das Brom lief aus. Während ein paar Schüler noch versucht haben sollen, das Brom mit Papierhandtüchern aufzuwischen, verließen die anderen rund ein Dutzend Schüler fluchtartig den Raum. Ein zufällig vorbeikommender Lehrer erfasste die Situation und alarmierte die Schulleitung, die wenig später die Evakuierung der Schule in die Wege leitete. Hinter den großen Sporthallen brachten sich die Lehrer und Schüler in Sicherheit, während nur wenig später Feuerwehr, Polizei und die ersten Krankenwagen eintrafen.Werbung
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der penetrante Geruch des Broms schon weit ausgebreitet und war im Umkreis der Schule zu riechen. Die Polizei sperrte daher die Zufahrtswege und forderte die Anwohner auf, in die Häuser zu gehen und die Fenster zu verschließen – was gleichwohl viele Schaulustige nicht abhielt zum Gymnasium zu rennen, wo sie von Polizisten freundlich aber bestimmt zurückgeschickt wurden. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich die wildesten Gerüchte.
Während die Feuerwehr zunächst mit einer Wasserwand vor dem geöffneten Fenster des Aufenthaltsraums das weitere Austreten des Gases stoppte, begannen die Notärzte und Sanitäter, sich um die Schüler und Lehrer zu kümmern – 56 wurden kontrolliert, 41 davon einer genaueren medizinischen Untersuchung unterzogen und 17 später zur Beobachtung in Krankenhäuser eingewiesen. Akute Vergiftungssymptome habe man zum Glück aber bei keinem der Betroffenen feststellen müssen, so Kreisbereitschaftsführer Martin Kohlmann vom DRK.
Die Feuerwehr hatte derweil im Schulhof Becken und Wannen, Zelte und auch eine Dekontaminationsdusche aufgebaut und die ersten Messtrupps in das Gebäude geschickt. Wenig später konnte sie damit beginnen, die ausgelaufene Flüssigkeit mit Natriumthiosulfat zu binden und Stück um Stück den Raum leer zu räumen. Plastiksack um Plastiksack füllte sich mit den herausgetrennten Teppichstücken, Schultaschen und anderen Gegenständen, bis gegen 14.30 Uhr die Messungen keinerlei Verunreinigungen mehr in der Schule erkennen ließen.
Schon gut eine halbe Stunde nach dem Unfall hatte Kant-Direktor Dr. Martin Haas die Schüler, die nicht unmittelbar betroffen waren, nach Hause geschickt – allerdings ohne, dass sie ihre Schulsachen aus dem Gebäude holen konnten.
Als rätselhaft bezeichnet es die Polizei, dass die Flasche, in der das Brom in den Oberstufenraum gelangte, bis Freitag nicht gefunden werden konnte. Die Ermittlungen laufen. Unklar ist auch noch, woher die Flasche kam.
Elementares Brom ist sehr giftig und stark ätzend, Hautkontakt führt zu schwer heilenden Verätzungen. Inhalierte Bromdämpfe führen zu Atemnot, Lungenentzündung und Lungenödem. Da das Gift zudem auch noch Stunden nach dem Einatmen Beschwerden bei der Atmung hervorrufen kann, sollen Schüler und Lehrer des Gymnasiums, die übers Wochenende plötzlich starken Hustenreiz bekommen, den Hausarzt oder das Krankenhaus aufsuchen rät Martin Kohlmann, der Kreisbereitschaftsführer des DRK.
Autor: BZ


