Dem Schädling auf der Spur

Michael Gilg

Von Michael Gilg

Do, 29. August 2013

Weil am Rhein

Baumkletterer Danny Maisenhälder sucht nach Spuren des Asiatischen Laubholzbockkäfers.

WEIL AM RHEIN. Kletterlust, technisches Geschick und einen genauen Blick – das braucht Danny Maisenhälder bei seiner Arbeit als Baumpfleger bei der Rümminger Gartenbaufirma Hügel. In diesen Tagen ist er im Weiler Rheinhafengelände auf der Suche nach dem Asiatischen Laubholzbockkäfer und äußerst glücklich darüber, bisher noch keine Spuren dieses Schädlings gefunden zu haben.

"Der Käfer richtet riesigen Schaden an", erklärt Klaus Nasilowski, der beim Lörracher Landratsamt als Obstbauberater arbeitet und den Einsatz von Danny Maisenhälder koordiniert, "er greift alle Laubbaumarten an, seine Larven bohren dicke Gänge in den Holzkern und durchfressen den Baum in den zwei Jahren bis zu ihrem Schlüpfen kreuz und quer". In dieser Entwicklungszeit ist der Käfer nicht sichtbar und daher auch nur schwer zu bekämpfen. Daher nimmt Baumkontrolleur Helmut Ruser Sichtkontrollen mit seinem Fernglas vor, um auf Spuren des Käfers – etwa Ausbaulöcher – zu stoßen. Da aber vom Boden aus nicht jede Kleinigkeit entdeckt werden kann, kommen Baumkletterer wie Danny Maisenhälder ins Spiel: Er besteigt beim sogenannten Monitoring die Bäume und hält an allen Ästen und in der Baumkrone Ausschau nach dem etwa 2,5 Zentimeter großen Schädling.

Im Weiler Rheinhafengelände wurden in den vergangenen zwei Jahren – zum ersten Mal wurden Spuren des Schädlings in Europa 2001 registriert – insgesamt sechs lebende Käfer gefunden und etwa zehn Bäume gefällt. "Dies ist die einzige Möglichkeit, den Käfer zu bekämpfen", sagt Nasilowski.

Die Gefahr lauert in Verpackungshölzern aus China, die viele der Pakete umschließen, die im Rheinhafen ankommen. Zwar sei es Aufgabe der Exporteure, die entsprechenden Hölzer vor dem Transport mit Gas zu behandeln oder zu erhitzen, um die Larven des Käfers zum Absterben zu bringen, erklärt Nasilowski. "Da das aber, trotz der vorgeschriebenen Zertifikate, nicht immer gemacht wird, liegt es an uns, das Ausbreiten des Käfers zu verhindern."

Eine gute Stunde braucht Maisenhälder pro untersuchtem Baum, Vorsicht ist allzeit geboten: "Äste von Pappeln brechen manchmal wie Glas, bei Robinien kriegt man das wenigstens vorher mit", lacht er. Aber Maisenhälder hat alles im Griff – auch am heutigen Donnerstag setzt er seine Käfer-Suche fort.