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20. November 2009 00:00 Uhr

Schüsse im Naherholungsgebiet

Die Entenjagd am Rheinufer ist legal

Schüsse am Rheinufer sorgen in Weil am Rhein für Unmut: Im Naherholungsgebiet weren Enten gejagt.Doch Behören Jagdpächter versichern: "Das ist alles ganz legal."

  1. In Sichtweite der Palmrainbrücke: Die Jagd auf Enten am Rheinufer ist bis Mitte Januar erlaubt. Foto: Lauber

WEIL AM RHEIN. Seit 16 Jahren führt Harald von Priesdorff aus Friedlingen seine Hunde regelmäßig am Rhein "zwischen der Werft Mattmüller und dem Containerhafen" aus. Am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr passierte allerdings etwas, was er noch nie erlebt hatte – er hörte plötzlich mehrere Schüsse. Priesdorff: "Wie ich erst mit gewisser Verzögerung verstand, galten sie nicht uns, sondern einer Gruppe von Enten, die sich dort am Anleger der Werft aufhielten." Wenig später sah er dann auch zwei Männer mit Jagdhund, der zum Apportieren zweier getroffener, aber noch lebender Enten in den Rhein geschickt wurde. "Ich war schockiert", sagt Priesdorff. Dass im Naherholungsgebiet gejagt wird, will ihm nicht einleuchten: "Ich hoffe nur, dass die armen Enten alt und zäh waren und den Herren schwer im Magen liegen werden."

LANDRATSAMT: SICHERHEITSBESTIMMUNGEN WERDEN EINGEHALTEN

Einer der Jäger, der zuständige Jagdpächter Hans Kramer aus Haltingen, sieht das freilich ganz anders. Die Jagd auf die Stockente sei von Anfang Oktober bis Mitte Januar freigegeben, und das gesamte Rheinufer von der Basler Grenze bis zur Kandermündung gehöre zu seinem Jagdrevier. Auch den Sicherheitsbestimmungen sei genüge getan, da in den Himmel über der Wasserfläche geschossen werde und für Fußgänger oder Radler auf dem Rheinuferweg keine Gefahr bestehe. Der Abschuss der Enten, die Kramer übrigens nur für den eigenen Verzehr bejagt, sei also in keiner Weise zu kritisieren.

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Das sieht im Übrigen auch der Leiter der unteren Jagdbehörde im Landratsamt, Bernd Hablitzel so. Sofern Jagdzeiten und Sicherheitsbestimmungen eingehalten würden und die Jäger Rücksicht nähmen auf die sogenannten "befriedeten Bereiche", das sind Gebäude und umzäunte Grundstücke in deren Umfeld, habe alles seine Ordnung. Und bei Jagdpächter Hans Kramer habe er in dieser Hinsicht nicht die geringsten Zweifel, dass alles beachtet wird: "Das ist ein ganz ruhiger und sachlicher Mensch."

Autor: Hannes Lauber