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06. November 2015

Die Großbaustelle wächst und wächst

An der Neubaustrecke der Deutschen Bahn im Abschnitt Haltingen-Weil am Rhein wird inzwischen an mehreren Stellen gearbeitet.

  1. Die Großbaumaßnahme in Haltingen muss während des laufenden Bahnbetriebs bewältigt werden. Foto: Jochen Fillisch

  2. Bahnsprecher Michael Breßmer (links) und Bauüberwacher Karsten Heinritz informieren Foto: Jochen Fillisch

  3. Bahnsprecher Michael Breßmer (links) und Bauüberwacher Karsten Heinritz informieren Foto: Jochen Fillisch

WEIL AM RHEIN-HALTINGEN. Leben mit und an einer Großbaustelle müssen die Haltinger noch bis 2022. Dann soll der Ausbau der Rheintalbahn zwischen Haltingen und Weil am Rhein abgeschlossen sein – wenn alles gut läuft, wie Bahnsprecher Michael Breßmer einschränkt. Er und Bauüberwacher Karsten Heinritz erläuterten bei einer Baustellenbegehung die laufenden Arbeiten.

Fertiggestellt ist bekanntlich die Westseite der Heldelinger Unterführung, abgeschlossen ist auch der Abbruch der Festhallenbrücke. Gegenwärtig sind die Arbeiten in erster Linie am Märktweg sichtbar, wo eine 800 Meter lange Stützwand entsteht. Baustahl säumt die geteerte Baustraße, auf der später einmal die neuen Gleise verlaufen werden. Direkt neben der Baustraße frisst sich die Betonwand voran, die gleich eine doppelte Funktion erfüllt: Sie nimmt die Schwingungen der Schienen auf, damit sie sich nicht auf die dahinter liegenden Häuser übertragen, und sie sichert den Bahnkörper gegen Rutschgefahr ab. Einschließlich der Fundamente ist diese Stützwand 3,80 Meter tief, auf sie wird später die fünf Meter hohe Schallschutzwand aufgesetzt. Dies soll laut Bauzeitenplan Ende des dritten Quartals abgeschlossen sein.

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Während der Bau der Stützwand am Märktweg keinerlei Probleme bereitet, steht die Bahn am parallel verlaufenden Gleiskörper vor erheblichen Herausforderungen. Sämtliche Arbeiten müssen dort nämlich bei laufendem Betrieb vonstattengehen, was zeitliche Einschränkungen und erheblichen Planungsaufwand bedeutet. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für die sogenannte "Verschwenkung" der Rheintalbahn.

"Das ist eine extrem komplexe Baustelle."

Bahnsprecher Breßmer
Dabei werden 580 Meter Gleise ab März in östlicher Richtung verlegt. Dort fahren dann die Züge, während das Gleisbett auf der bisherigen Trasse für die Anforderungen des künftigen Verkehrs auf der Rheintalbahn ertüchtigt wird. Zunächst wird Geotextilfolie als Untergrund verlegt, darauf kommt neuer Schotter und zuletzt kommen die Schienen auf die 700 Betonschwellen, die bereits neben der Strecke lagern. "Das ist eine extrem komplexe Baustelle", betont Michael Breßmer.

Um auf die Gleise zu gelangen, müssen die Bautrupps und Lkw auch die Schienen der Kandertalbahn queren. Diese werden deshalb neu ausgebohlt, um die Last der schweren Fahrzeuge auszuhalten. Michael Breßmer und Karsten Heinritz lobten dabei die Zusammenarbeit mit dem Verein Kandertalbahn, wie auch mit der Stadt Weil am Rhein.

Dort wird man es begrüßen, dass die Bahn im März nördlich der ehemaligen Festhallenbrücke mit dem Bau von Hilfsbrücken für die Nordwestumfahrung von Haltingen beginnen wird. Die hierfür erforderlichen Spundwanddielen werden bereits ab der kommenden Woche in die Erde gerammt. In diesem Bereich sind auch schon die Fundamente für die Oberleitungen der künftigen Trasse sichtbar. Auch 11 000 Meter Kabel wurden bereits verlegt, um die Sicherheitstechnik auf das neue Gleis zu übertragen.

Begleitet werden die Arbeiten in dem Haltinger Abschnitt von Lärmpegelmessungen beiderseits der Schienen. Bislang ergeben diese Messungen keinerlei Überschreitungen der gesetzlichen Grenzwerte. Auch eine Baustellenkontrolle durch das Eisenbahnbundesamt in der vergangenen Woche hat laut Heinritz eine positive Beurteilung ergeben.

Autor: Jochen Fillisch