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19. November 2015

Die sprechende Trommel

Schlagzeuglehrer Michael Deusch inszeniert am Sonntag sein musikalisches Märchen "Bumflafla".

  1. Michael Deusch machte aus seiner Leidenschaft für Schlagwerke eine Art Musical. Foto: Frey

WEIL AM RHEIN. Es klingt spannend: Ein musikalisches Märchen über einen kleinen Jungen und eine sprechende Trommel wird am Sonntag, 22. November, im Haus der Volksbildung aufgeführt.

"Bumflafla" heißt dieses Stück des Maulburger Perkussionisten und Schlagzeuglehrers Michael Deusch. Zusammen mit seinem Lehrerkollegen Ulli Niedermüller aus Brombach, der den Text für diese originelle Geschichte geschrieben hat und als Erzähler fungiert, inszeniert Deusch eine musikalische Weltreise. Das von Deusch geleitete Schlagzeugensemble "Talking Hands" (sprechende Hände) setzt eine breite Palette an Schlagwerk ein.

Michael Deusch unterrichtet seit 1996 an der regionalen Musikschule im schweizerischen Sissach. Dort hat er das Märchen "Bumflafla" mit seinem schulischen Schlagzeugensemble "Talking Hands" 2013 zum Jubiläum der Musikschule uraufgeführt. Mit riesigem Erfolg und nachhaltiger Wirkung: Das aufwändige Projekt wurde mit dem ersten Preis des Kantons Basel-Land für "Innovative Ensembles" ausgezeichnet. Auf der Suche nach einem geeigneten Spielort wurde Michael Deusch bei der städtischen Sing- und Musikschule Weil am Rhein fündig. Als er Musikschulleiter Karl Gehweiler den Vorschlag unterbreitete, sei dieser "Feuer und Flamme" gewesen und habe die Idee toll gefunden.

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"Es ist ein Riesenaufwand, wir werden den ganzen Tag am Schleppen sein", erzählt der 46-Jährige über den Aufbau des gewaltigen Instrumentariums. Sieben Schlagzeug-Schüler von Deusch aus der Sissacher Musikschule im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren agieren an einem breiten Spektrum von Instrumenten: vier Pauken, große Trommel, Röhrenglocken, Marimbaphon, Vibraphon, Drumset, Tomtoms, Bongos, Becken, Tamtam, Timbales, Glockenspiel, Holzstangen, bis hin zur Elektronik am Xylosynth ist alles geboten, was perkussiv Effekt macht.

Die Geschichte, die Ulli Niedermüller als Erzähler auf der Bühne vorträgt, handelt von einem kleinen Jungen, der beim Spielen in einem Sandkasten eine Trommel entdeckt – eine Trommel, die sprechen kann. Der staunende Junge nimmt die Trommel mit nach Hause, versteckt sie unter seiner Bettdecke. Dort erzählt ihm die Trommel, auf welchen Kontinenten sie schon gespielt hat und welche Geschwister sie auf der ganzen Welt hat.

Und so beginnt die musikalische Reise. Michael Deusch hat die verschiedenen passenden Stücke ausgesucht, zusammengestellt, arrangiert und für die Besetzung des Schlagzeugensembles zugeschnitten. Da geht es mit elementaren Trommelrhythmen nach Afrika, dann wird auch in der Barockzeit Halt gemacht, klangprächtig mit Händels Feuerwerksmusik. Weiter führt die Reise nach Australien, ins Land der Aborigines, wo man mit Holzstöcken wirkungsvolle Musik machen kann. Temperamentvoll geht es in Mexiko zu, und auch beim Abstecher in die USA erklingen faszinierende Stücke, Filmmusik aus dem Walt Disney-Film "Aladdin" oder ein Medley über den King of Pop Michael Jackson. Karibisches Flair kommt bei der Musik aus "Pirates of the Caribbean" auf. Nach einer Stippvisite in Japan, dem Land der Kodo-Trommler, endet die Märchenerzählung in Rio de Janeiro mit einem schwungvollen Samba.

Bebildert wird die Schlagzeug-Inszenierung mit Landschaftsaufnahmen, Tierfotografien und Reiseimpressionen aus den jeweiligen Kontinenten. Dem Schlagzeug-Pädagogen und Ensembleleiter ist es ein großes Anliegen, mit diesem Stück den Farbenreichtum und die Klangmöglichkeiten der Schlaginstrumente vorzuführen. Deusch hat übrigens schon oft bei Konzerten der Orchestergesellschaft Weil am Rhein mitgewirkt.

Die Aufführung des Schlageugmärchens ist am 22. November, 17 Uhr, im Haus der Volksbildung in Weil am Rhein.

Autor: Roswitha Frey