Echtes Zuhause für die Bewohner

Regine Ounas-Kräusel

Von Regine Ounas-Kräusel

Mo, 17. März 2014

Weil am Rhein

Pflegeheim Markgräflerland hat sich in den vergangenen 50 Jahren immer wieder an den wechselnden Bedürfnissen orientiert.

WEIL AM RHEIN. Mit einem Festakt feierte das Pflegeheim Markgräflerland am Freitag sein 50-jähriges Bestehen. Im Jahr 1964 weihte der Landkreis das Altersheim, das Senioren und behinderten Menschen ein Zuhause bieten sollte, ein. Name und Aufgabe des Heims haben sich seitdem geändert. Heute werden dort intensiv pflegebedürftige Senioren betreut. Für Menschen mit Parkinson, Multipler Sklerose und Demenz gibt es spezialisierte Wohnbereiche. Die enge Verbundenheit mit der Stadt Weil am Rhein besteht aber nach wie vor.

In der großen, hellen Cafeteria des Pflegeheims trafen sich am Freitag zahlreiche Förderer und Weggefährten des Pflegeheims aus Politik, Kirche und anderen Einrichtungen, darunter OB Wolfgang Dietz, Landrätin Marion Dammann, der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster und der Landtagsabgeordnete Ulrich Lusche. Auch ein paar Dutzend Bewohner verfolgten die Festansprachen und die leisen, humorvollen Lieder, die der elsässische Chansonier Robert-Frank Jacobi zur Gitarre sang.

Marion Dammann stellte in ihrer Ansprache die "Leitfrage, warum der Landkreis eigene Pflegeheime betreibt." Die 391 Pflegeplätze in den drei kreiseigenen Heimen seien wichtiger Bestandteil der 1920 Plätze für alte und kranke Menschen im Landkreis, betonte sie. Gemeinsam entwickle man das Pflegeangebot weiter. Das Ziel, 50 Kurzzeitpflegeplätze bereitzustellen, habe man allerdings noch nicht erreicht, sagte sie. Heute verfügt das Weiler Heim über 212 Pflegeplätze. Es beschäftigt rund 250 Mitarbeiter auf 150 Vollzeitstellen und bietet eine moderne Ausbildung mit Lerninseln.

Die Arbeitsplätze in den eigenen Heimen versuche der Kreis attraktiv zu gestalten, etwa durch Gesundheitsmanagement und durch moderne Lerninseln für aktuell 40 Auszubildende: "Die Mitarbeiter sind unser höchstes Gut." Auch den 80 ehrenamtlichen Kräften, die im Pflegeheim Markgräflerland Senioren besuchen und begleiten, dankte sie.

Alle Festredner zollten den Pflegekräften und den anderen Mitarbeitern des Heims Respekt. Für ihren Dienst benötigten sie eine "starke innere Überzeugung, Kraft und menschliche Größe", sagte OB Wolfgang Dietz. "Vom ersten Tag an war das Heim mit 120 Betten voll belegt", blickte Dietz zurück. Es sei in einer Zeit gebaut worden, als Weil am Rhein und die Nachbardörfer dynamisch wuchsen. Die Stadt habe bei der Suche und der Finanzierung eines Grundstücks geholfen. Bis heute unterstütze die Stiftung zur Förderung der Altenpflege aus Weil das Haus.

Heinz Schleyer, früherer Kreisrat und Mitinitiator der Stiftung, skizzierte die Entwicklung des Pflegeheims zum Kompetenzzentrum für die Pflege von Senioren sowie von Menschen mit Parkinson, Multipler Sklerose und Demenz. Im Jahr 2008 wurden die Atriumhäuser eingeweiht, die Wohnbereiche speziell für diese Personengruppen beherbergen.

Angeregt und begleitet hatten dies Annemarie Lemanczyk und Hannelore Flum, die damals die Selbsthilfegruppen für Parkinson und MS leiteten. Dafür dankte ihnen der Leiter des Eigenbetriebs Heime beim Kreis Reinhard Heichel, damals Heimleiter in Weil. Doch nicht immer lief der Ausbau des Heims glatt. Nach Protesten von Nachbarn habe man in den 1992 errichteten Neubau Schallschutzfenster eingebaut, erinnerte sich Heinz Schleyer.

Der heutige Heimleiter Hans Kaufmann wünschte sich, dass Bewohner und Mitarbeiter im Pflegeheim Markgräflerland in einer Gemeinschaft leben, die dem Einzelnen Freiraum lässt. "Leben wie ein Baum, einzeln und frei, und dabei brüderlich wie ein Wald", zitierte er den türkischen Dichter Nazim Hikmet, bevor er alle Festgäste zum Plausch am Büfett einlud.