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29. April 2017

Ein Einkommen für jeden ohne Bedingungen

Bündnis trifft sich im Kieswerk.

WEIL AM RHEIN (hf). Dass das Bündnis Grundeinkommen (BGE) parallel zum New Avantgarde Festival "Motion 9" der Künstler Volker Scheurer und Ania Dziezewska noch bis zum 1. Mai zu einem bundesweiten Vernetzungstreffen in den Kunstraum Kieswerk einlädt (wir berichteten), ist durchaus naheliegend. Denn die Keimzelle der Bewegung, die in Deutschland ein bedingungsloses Grundeinkommen durchsetzen will, liegt in der hiesigen Dreiländerecke. Basierend auf dem Schweizer Film "Kulturimpuls Grundeinkommen" krönten die Lörracher Uschi Bauer und Matthias Lindemer am 1. Mai 2009 auf dem Lörracher Marktplatz die ersten 500 Menschen. Symbolisch brachte man damit zum Ausdruck, dass jeder Mensch der Souverän seines eigenen Lebens sein sollte, was nach Überzeugung der Initiatoren nur funktioniert, wenn er von Existenzängsten befreit ist. Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle mache Sozial- und Arbeitslosenhilfe obsolet und setze Potenziale frei, von denen die Gesellschaft profitieren werde, so die weitere Argumentation.

"Heute gibt es in Deutschland 350 000 gekrönte Häupter", erzählt die Landesvorsitzende des Bündnisses, Uschi Bauer, die zur letzten geplanten Krönungswelle wieder an den Ursprungsort zurückkehren wollte. Weil es in Lörrach aber nicht klappte, wich man in den Kunstraum Kieswerk im Weiler Mattfeld aus.

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Hierhin haben die Initiatoren des BGE-Projektes Akteure eingeladen, die auf vielfältige Weise für ihre integrative Idee werben, darunter Kabarettistin Anny Hartmann und der Freiburger Professor Bernhard Neumärker, die heute, Samstag, 29. April, von 13 bis 15 Uhr zu Gast sind. Während des Festivals modelliert Sandkünstler Etual Ojeda aus Gran Canaria live Michelangelos Schöpfung nach, wobei er Adams Hand durch einen Automatenarm ersetzt. Passend dazu lädt das BGE morgen, 20 Uhr, zum Tanz in den Mai mit Roboter NAO ein. Und am 1. Mai werden dann die letzten 1000 Häupter gekrönt.

Das Treffen, das allen Interessierten offensteht, nutzen BGE-Delgierte aus ganz Deutschland auch, um zu beraten, wie die bisherige Straßeninitiative in eine politische Kampagne überführt werden kann. Denn bei der Bundestagswahl will das BGE als Einthemenpartei um Zweitstimmen werben.

Autor: hf