Ein längst fälliger Brückenschlag

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Mo, 13. Juni 2016

Weil am Rhein

Märkt feiert die neue Überquerung der Autobahn, auf die über 20 Jahre hingearbeitet wurde / Lob für die Straßenbauer.

WEIL AM RHEIN. "Gut Ding will Weile haben," auf diesen Nenner brachte Märkts Ortsvorsteher Stefan Hofmann die lange Entstehungsgeschichte für die neue Autobahnbrücke bei Märkt, die nun endlich auch eine sichere Querung für Radfahrer und Fußgänger bietet. Die große Zahl an Märktern, aber auch an Besuchern aus der nähere und weiteren Umgebung belegte, welche Bedeutung die Brücke hat. Mit dem feierlichen Durchschneiden des Bandes machten Regierungspräsidentin Schäfer, Landrätin Dammann sowie OB Dietz und Ortsvorsteher Hofmann den Weg frei.

"Heute kann es regnen, stürmen oder schnei’n", zitierte die Regierungspräsidentin angesichts des zunächst noch dunklen Himmels und der Regentropfen ein bekanntes Kinderlied. Die Freude und das Strahlen aller Beteiligten über den Brückenschlag, da war sie sich sicher, könnte das aber nicht mehr trüben. Dafür habe die Brücke einen viel zu hohen Synergieeffekt, erklärte sie. Neben der sicheren Querung für Fußgänger und Radfahrer sehe sie auch die Vorteile für die örtlichen Betriebe. "Die Brücke stärkt den Wirtschaftsstandort," war sie sich sicher.

Landrätin Dammann dankte nicht zuletzt der Stadt Weil am Rhein, die das Bauwerk vielfältig unterstützt hat. So habe die Stadt Grundstücke zur Verfügung gestellt, die zur Verbreiterung und Verlängerung der Brücke – sie hat Platz geschaffen für einen sechsspurigen Ausbau der Autobahn – notwendig waren. Zudem übernimmt die Stadt die Beleuchtung und nicht zuletzt hat die Stadt freiwillig den Bau mit einer beträchtlichen Summe unterstützt. Die inzwischen gängige Praxis, dass Aufgabenträger, bei den örtlich betroffenen Kommunen Beiträge einfordern, so wie das im Vorfeld bei dem Brückenschlag war, was zur Zahlung von immerhin 100 000 Euro von der Stadt an den Kreis geführt hatte, kritisierte OB Dietz in seiner Ansprache vehement. "Strafrechtlich würde man da wohl von Erpressung sprechen", geißelte er die Praxis.

Als rundum gelungenes Gemeinschaftswerk feierten gleichwohl alle Beteiligten die Brücke. Was zunächst als Radbrücke geplant war, wegen der viel zu hohen Kosten aber kaum Chancen auf Realisierung hatte, bekam dadurch ganz neuen Auftrieb, dass festgestellt wurde, dass die Autobahnbrücke ebenfalls sanierungsbedürftig ist. Dies führte die Interessen von Bund, Land und Kreis zusammen und bündelte die Kräfte. Als eine erfolgreiche Gemeinschaftsleistung unterstrich auch der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster die politische Allianz, mit der das Vorhaben auf allen Ebenen vorangebracht wurde. "Wenn sich die Bürger, die Stadt, der Landkreis und die Abgeordneten im Land und im Bund einig sind, dann lässt sich viel erreichen", erklärte er. Angesichts der noch bestehenden Verkehrsprojekte wie dem Durchstich in Friedlingen, dem Autobahnanschluss an den Hafen oder dem sechsspurigen Ausbau der A5 sah er da noch einige Betätigungsfelder. Nachdem die Brücke gesegnet war, die Kinder sie mit Liedern besungen hatten, bunte Luftballons aufgestiegen waren und der Musikverein die Feier klangvoll umrahmt hatte, nahmen die Märkter "ihre" Brücke in Besitz, um anschließend in der Altrheinhalle weiter zu feiern.