Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

24. April 2017

Ein Menü der besonderen Art

Stadtführer bieten anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens eine 16-gängige Folge von Kleinstführungen an.

  1. Rosemarie Stern berichtete an der Altweiler Kirche über ihre Mutter Frieda Dittes, die viele Jahre als Kirchendienerin tätig war. Foto: Lauber

  2. Beim Start in Ötlingen war die Besucherschar noch überschaubar, das änderte sich aber im Lauf des Tages. Foto: Hannes Lauber

  3. Tom Leischner bei der Eröffnung Foto: Hannes Lauber

  4. Selbstgemachte Häppchen gab’s beim Empfang auf dem Lindenplatz. Foto: Hannes Lauber

WEIL AM RHEIN. 20 Jahre Stadtführer – man kann es sich kaum in Erinnerung rufen, wie viele Stadtgeschichten in dieser Zeit ans Tageslicht gefördert und interessierten Zuhörern vorgetragen wurden. Genug jedenfalls, um einen ganzen Jubiläumstag damit zu bestreiten. Doch die Weiler Stadtführer hatten zu ihrem besonderen Jahrestag den Ehrgeiz, mit Neuigkeiten in kleinen Häppchen aufzuwarten. Einen ganzen Tag lang boten sie daher am Sonntag Histörchen rund um Weiler Persönlichkeiten, die ihre Spuren mehr oder weniger deutlich hinterlassen haben.

Noch vor der offiziellen Eröffnung machte Rena Hadji-Cheykh in Ötlingen den Anfang, wo etwa ein Dutzend Premierengäste ihren Ausführungen zu Pfarrer Franz Gut lauschten, der in Zeiten der Reformation als katholischer Pfarrer von Haltingen begann, später aber als Pfarrer von Ötlingen der Reformation im Dorf zur Durchsetzung verhalf. Dass er schon vor seinem Übertritt eine Lebensgefährtin und vier Kinder hatte, spricht für sich.

Kurz vor zwölf Uhr traf man sich dann beim Haltinger Rathaus, um den Jubeltag feierlich zu eröffnen. Tom Leischner, Leiter der VHS, unter deren Dach die Stadtführer in großer Selbständigkeit ihr Geschäft betreiben, begrüßte die zwischenzeitlich schon größer gewordene Zuhörerschar und hatte hörbar Freude daran, die Parallelitäten zwischen dem Angebot der Stadtführer an diesem Tag und einem mehrgängigen Menü herauszuarbeiten. Denn die Stadtführer seien in Vorbereitung dieses Tages übereingekommen, ihren Fans kleine Häppchen anzubieten, die spannend, interessant und auch witzig sein sollten und nach zehnminütigem Genuss beim Zuhörer die Reaktion hervorrufen sollten, dass er längst noch nicht satt sei und deshalb wissen wolle: "Wo gibt’s mehr?"

Werbung


Die Frage war leicht zu beantworten. Dazu genügte ein Blick ins Programm, das von 11.15 bis 19.45 Uhr 16 Kurzführungen vorsah. Ehe die Teilnehmer allerdings gleich zum Vortrag von Sabine Musolt über Albert Frey im Eimeldinger Weg davonspazierten, nutzte Leischner die Gelegenheit noch, um insbesondere Sabine Theil und Monika Merstetter seinen Dank auszusprechen, die sich in besonderer Weise um die Organisation des Stadtführerzirkels kümmern.

Je länger der Tag dauerte, desto stattlicher wurde die Zuhörerkulisse, und als um 15 Uhr Rosemarie Stern an der Altweiler Kirche ihren Vortrag begann, verfolgten gut 60 Menschen ihre Ausführungen und freuten sich danach über richtige Häppchen, die die Stadtführer zubereitet hatten und mit einem Glas Wein von Stadtführerin Susi Engler auf dem Lindenplatz anboten.

Eine Stunde blieb man dort zusammen, nutzte die Gelegenheit, um über Gott und die Welt zu plaudern. Natürlich ging’s auch um das Wetterglück, das die Stadtführer begleitete. Denn der kleine Empfang fand im Sonnenschein statt und danach freuten sich noch etliche der neun weiteren Stadtführer über die angenehmen Umstände, die ihre Auftritte wohlwollend unterstützen. Zuletzt traf man sich noch im Haus der Volksbildung, um den Tag Revue passieren zu lassen.

Autor: Hannes Lauber