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23. März 2009
Familienabend – mal ganz beschwingt, mal besinnlich
Die Ötlinger Sänger unterhalten mit einem angenehmen Mix.
WEIL AM RHEIN-ÖTLINGEN. Von besinnlich bis schwungvoll gestaltete der Ötlinger Gesangverein "Eintracht" 1843 das Programm seiner Jahresfeier. Unter dem Thema "Alte Liebe…" präsentierten die Ötlinger Sänger in der gut besuchten Mehrzweckhalle gemeinsam mit den Gästen des Gesangvereins Harmonie Wintersweiler einen bunten Strauß heimatlicher Klänge und deutschsprachiger Oldies aus den 50er Jahren bis in die 70er.
Eine Rückbesinnung sollte es sein auf viele Dinge, zu denen uns bis heute eine lange Liebe verbinde, wie Hermann Künzig, der angenehm zurückhaltend durch den Abend führte, es formulierte. So war denn auch der alte Irving Berlin Titel "Spiel mir eine alte Melodie" Programm. Gemeinsam besangen beide Chöre – immerhin rund 50 gestandene Herren – sehr ausdrucksvoll die "Heimkehr" desjenigen, der einst voller Pläne in die Welt hinauszog und nun einsam an den Ort seiner Jugend zurückkehrt. Dem "Schifferlied", das schon zu so mancher Hochzeit erklang, folgte eine Reminiszenz an die Wälder der Heimat und ein frisch gesungenes Liebesbekenntnis an den purpurnen Burgunder im "blitzenden Becher".
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Unter der Leitung von Eckhard Gab, dem der Bühnenaufbau diesmal keine großen Sprünge gestattete, am Flügel begleitet durch Andrea Müller, nahm die "Eintracht" die Zuhörer mit auf eine gesangliche Reise durch die Wirtschaftswunderzeit der 50er Jahre. Den meisten im Saal klangen diese Melodien noch im Ohr: "Schön war die Zeit", die "Capri-Fischer", damals von Rudi Schuricke gesungen aus jedem Radio tönend, und "Funiculi-Funicula", ursprünglich 1880 zur Eröffnung der ersten Seilbahn auf den Vesuv komponiert. Peinlich für Richard Strauss, der diese Melodie für ein Volkslied hielt und in seine Italienische Symphonie einbaute. Es wurde recht teuer für ihn! Mit "Die kleine Kneipe", komponiert von "Vadder Abraham", bekannt durch Peter Alexander, "Du kannst nicht immer 17 sein" und "Amarillo" wurde der Bogen in die 70er-Jahre geschlagen.
Im Volkston stellten sich hingegen die Sänger der Harmonie unter ihrem Dirigenten Helmut Schwitalla mit der Erinnerung ans heimatliche Dorf vor. Flotter dann Mendelsohn-Bartholdys "Jäger Abschied", mäßiger im Tempo der Gruß an "Das schöne Schwarzwaldtal" und frisch und kräftig die Liebeserklärung an die Reben und die Rosen am Rhein. Dieser Vortrag fand beim Publikum großen Anklang und erforderte eine Zugabe.
Ein besonderes Schmankerl boten die Ötlinger Sänger mit einer Reihe Couplets von Otto Reutter, gekonnt interpretiert von Günther Brombacher, begleitet von Kurt Enderlin am Flügel und dem jungen Theo Evers am Kontrabass. Die witzigen, häufig zweideutigen Lieder gefallen auch heute noch.
Sehr eindrucksvoll gelang die Soloeinlage Eckhard Gabs mit seiner Interpretation des Sinatra-Titels "I did it my Way".
Die Zuhörer waren’s zufrieden. Mit Sektbar, Tanz und Tombola wurde es für so manchen noch ein langer Abend.
Autor: Reinhard Cremer
