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20. Januar 2012
"Frida" ist in Bewegung
Stadtteilzentrum will alle Angebote ausbauen und damit seinem Profil noch mehr gerecht werden.
WEIL AM HEIN. Mit dem neuen Jahr ist im Friedlinger Stadtteilzentrum "Frida" einiges in Bewegung gekommen. Umbauarbeiten und Umstrukturierungen sind im Gange. Am Profil, das auf Integration sowie die soziale Stärkung aller Bevölkerungs- und Altersgruppen zielt, werde sich aber nichts ändern, versicherten die beteiligten Akteure gestern bei einer Medienorientierung.
Das Grundstück der evangelischen Friedensgemeinde ist geteilt worden, wobei das Diakonische Werk den westlichen Teil mit dem Gemeindehaus in Erbpacht übernahm. Dieses werde nun zunächst energetisch saniert, so Michael Schmitt-Mittermeier vom Diakonischen Werk. Für die Rheinschule ist das frühere Gemeindehaus auf dem Weg zur Ganztagsschule unverzichtbar, kann dort doch eine der Ganztagsklassen ihr Mittagessen einnehmen. Vom kommenden Schuljahr an sollen es zwei Klassen sein. Außerdem haben dort das Mehrgenerationenhaus und die von Manfred Grupp geleitete "Organisation für Mütter in der Arbeitswelt" (Oma) mit Angeboten wie dem gesunden Frühstück für Schul- und Kindergartenkinder, dem internationalen Frauencafé, dem Themenfrühstück oder der italienischen Seniorengemeinschaft ihr Domizil.Werbung
Die Kirchengemeinde, so Vakanzvertreter Walter Baßler von der Johannesgemeinde und die Ältesten Erika Siegwolf sowie Eckhart Foege, richte derzeit den Raum, in dem bislang der Tafelladen untergebracht war (dessen Angebot in Friedlingen unverzichtbar sei), für eigene Zwecke her. Außerdem bereitet man einen Architektenwettbewerb zur Umgestaltung des Kirchenraumes und der darunterliegenden Räume vor. Bis diese Pläne umgesetzt sind, müsse man – etwa bei der Konfirmandenarbeit – auch auf Räume der Johannesgemeinde ausweichen, so Baßler. Die Kosten für die Umgestaltung könnten mit bis zu 40 Prozent von der Landeskirche bezuschusst werden.
Dritter Baustein im Konzept des bundesweit als Modellprojekt geltenden Stadtteilzentrums ist das frühere Friedlinger Pfarrhaus, das die Diakonie zum Kinderhaus ausbaut. Zwei Krippengruppen finden dort bereits Platz.
Ein Verkauf des abgetrennten Kirchengrundstückes auf dem freien Markt hätte wohl bedeutet, dass das Netzwerk in der bisherigen Form nicht mehr hätte aufrechterhalten, geschweige denn ausgebaut werden können, betonten beide Seiten. Nun wünsche man sich eine baldige Wiederbesetzung der Friedlinger Pfarrstelle. Deren langjährige Inhaberin Anja Rahmelow war eine wichtige Antriebskraft bei der Entwicklung des Zentrums.
Autor: Herbert Frey
